Nach drei weiteren Tagen auf Axels Ranch, die für Resteverwertung und Erholung genutzt wurden, ging die Reise für ein paar Tage im Alleingang nach Pichilemu weiter. Der Reiseführer empfahl diesen Küstenort als Surfer- und Partyparadies und so ähnlich war es dann auch. Viele kinderreiche Familien, Pärchen und friedliche Jugendgangs machen hier Urlaub und wollen nur eins - konsumieren. Dafür gibts hier ausreichend Gelegenheit - Kutschfahrten, Motodrom, Fahrradverleih, Reiten, Hüpfburgen, Drahtseilabfahrten, Bananenboote, Rundflüge, Spielhallen, Zirkus, Rummel, etliche Imbiss- und Fressbuden, Restaurants, Getränkemärkte, mehrere Polenmärkte, ein paar Surfschulen, vier Diskotheken, Hotels, Jugendherberge, Privatvermietungen, 24h präsente Polizei, eine Tankstelle, eine Bank, eine Post, ein Supermercado, ein brechend voller Strand, trillerpfeifende Bademeister und an jeder dritten Ecke dröhnen übersteuert Werbebotschaften oder die Top 20 der chilenische Charts aus den Boxen (Ohrwurm: Shakira mit ihrem Titel Loca).
Ein paar Rosinen davon picke ich mir raus - frisch gemixte Obstsäfte, sehr gute Empanadas (Teigtaschen mit Füllung), eine Runde Reiten, Strandtag abseits des Trubels, die ersten Versuche im Surfen (nur ins Wasser geflogen, seekrank geworden, trotz Neoprenanzug blaue Lippen, nächsten Tag Muskelkater), die berüchtigte Disco 127 (hier läuft vor der Tanzfläche das Fussball Länderspiel USA - Chile mit Endstand 1:1 während 16 jährige Mädchen mit ihren Eltern zu Popmusik tanzen) und der alten Zeiten wegen aufm Polenmarkt preiswert bei den Metalshirts zugegriffen (Pantera - Cowboys from hell und Iron Maiden - Piece of mind).
Nach drei Tagen ist dann aber auch genug Karussell gefahren. Wollte es sehen, hab’s gesehen, brauch’s aber nicht noch mal sehen. Jetzt ist wieder Santiago drann - letzte Station - das letzte Konzert, die letzte Nacht, ein letztes Mal - Fummelnizers Südamerika Tour.
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