Nach etlichen Terminverschiebungen und verzögerter Warenlieferung konnte endlich das Viagraexperiment gestartet werden. Der Auftrag lautete, herauszufinden, in wie weit die Einnahme legaler Substanzen den Offensivgeist beeinflusst, seinen Hormonhaushalt mit aller Macht auszugleichen. Vorab sei erwähnt, dass der gewünschte Erfolg hinsichtlich einer schnellen sexuellen Befriedung bei allen Teilnehmern ausblieb, was allerdings der guten Laune keinen Abbruch tat. Als Lifeguards engagierten wir Rainer und seine Freundin Jana und Jason's ehemalige Mitbewohnerin Claudia, als Rechtsbeistand konnten wir Spaniens Staranwältin Ana gewinnen. Nachdem sich gegen 23Uhr alle zum Eröffnungsgetränk im Krügers eingefunden hatten, nahmen wir dann auch recht zügig die blauen Potenzheuler (1xStck. a 25mg) zu uns und blickten den kommenden Stunden erwartungsvoll entgegen. Jason hatte kurzzeitig aufgrund eines chronischen Bluthochdruckleidens, was er täglich mit rezeptpflichtige Tabletten bekämpft, Bedenken geäußert, die jedoch von Bert und mir mit dem Hinweis auf die gute medizinische Erstversorgung in einem Rettungswagen verworfen wurden. Ich hatte nach ca. 5 Min. das Gefühl, eine Kanne mit koffeinhochdosiertem Kaffee getrunken zu haben und fühlte mich außerdem wie ein Nazi. Warum?????, wird sich der polytechnisch gebildete Leser fragen. Mein Körper sagte mir: "Texte eine Person deiner Wahl, welche sich in deiner unmittelbaren Nähe befindet, mit Lebensweisheiten aller Art zu oder fange an, Dich zu der laufenden Hintergrundmusik eines vollbesetzten Lokals an einem Freitag abend im Stehen auszuziehen." Bei Bert pulsierten beide Schläfen. Sein hochroter Kopf hätte zum Faschingskostüm "Streichholz" gepasst. Kellnerinen wurden auch beschwatzt. Nach dem ganzen Palawer über Entdeckungsreisen, Mangafilme, vom Tiger zerfetzten Touristenpärchen, Gruppenzwang und natürlich Viagra enterten wir per Taxi unseren Dreifacheintrag auf der Gästeliste in der Kalkscheune. Jana P. & Andi S. - wir danken Euch für viele schöne Abende !!!!!!!!!!!! Nebenbei sei erwähnt, dass sich unser Redakteursteam nach wochenlangen Verhandlungen heute Abend für die regelmäßig stattfindene Singleveranstaltung "Fisch sucht Fahrrad" in Berlin-Mitte als privates Jagdrevier entschied, da bei Veranstaltungen dieser Art die Quote bei 1000% liegt, ein unvergessliches One-night-Stand zu erhaschen. Leider wurden wir enttäuscht. Die breite und nicht mehr ganz so blutjunge Masse der Gäste bestach durch ein optisch falsch gewähltes Marketingkonzept. Jason erwähnte in diesem Zusammenhang das Wort "Fleischmarkt". So konzentrierten wir uns zweisprachig (Klingonisch u. Esperenza) auf unsere extrastrongen Longdrinks, die schlechte Musik, und die Idee, beim 2. Viagra-Experiment die Dosis um das 20fache zu erhöhen. Danach fühlt sich selbst Opa für 2 Stunden wie 18. Zwischendurch sah ich Jason, wie er an der Tanzfläche stehend, sein Nasenbluten mit einem Tempo stillte. Er tat mir leid. Wiederrum sind Lehrjahre ja bekanntlich auch keine Herrenjahre. So traten wir dann auch in den frühen Morgenstunden relativ emotionslos den Heimweg an.
Fazit: Ehrlicherweise muss man gestehen, dass aufgrund der begleitenden Umstände keine klare Aussagen getroffen werden können. Sicherlich kommt der Kreislauf in den ersten Stunden auf Hochtouren, was jedoch keine Garantie für das Abgreifen einer attraktiven läufigen Hündin ist, und schon gar nicht, wenn man nicht mal ein kleines Zucken im Unterleib verspürt. Hier muss man dann wohl doch auf altbewährte natürlich Instinkte zurückgreifen oder zu Hause essen. Bis zum nächsten VE.
xxlfighter
» xxlfighter(at)entdeckungsreisender.de
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