Die Segelprüfung

Es war Freitag, der 07. Mai 2004 ein gewöhnlicher Arbeitstag im Leben eines Seesportlers, aber so sollte es nicht bleiben... Denn endlich war es so weit, die Woche vom 08. bis zum 15. Mai 2004 stand im Sinne einer weiteren „Lebensqualifikation“ mit dem Programm der Intensivschulung zur Erlangung des Sportboot-Führerscheins Binnen Motor und Segel sowie der Fortsetzung zum Sportboot-Führerschein See. Von langer Hand geplant und dann kurzfristig umgesetzt – das Ergebnis war verblüffend

Marina Nord

Die Anreise fand am 08. Mai in drei Individual-Gruppen statt: der Vorhut zur Klärung noch offener Fragen, den immer länger Arbeitenden und den noch evtl. über Polen Reisenden, Zigaretten kaufenden bzw. Kraftstoff tankenden Seesportlern.

Somit auch die Ankunft und dementsprechend andauernde Begrüßung neuer „Jungmatrosen“. Die Einen konnten nicht mehr trinken, die Anderen hatten noch lang nicht genug. Brandi`s Wassersportzentrum „Marina-Nord“ empfing uns entsprechend mit einem bzw. in Einzelfällen auch mehreren kleinen Bierchen. Geschnackt wurde bis tief in die Nacht von A wie Achterliek bis Z wie Zeppelinknoten. Ihr kennt immer noch nicht die neuen modernen Seemannsknoten? Natürlich konnten auch die ersten Prüfungsfragen als eine Art beginnender „Lehrgangsschocker“ durch unsere fleißigen Leseratten gezielt in das Abendprogramm integriert werden.

die Räumlichkeiten

Der erste Schulungstag begann mit einem vorzüglichem Frühstück und dieser Zustand sollte auch bis zum Lehrgangsende anhalten. Nochmals Lob an den jeweiligen Smutje – Essen, als unsere fünfte Jahreszeit.

Die erste Lerneinheit dann ganz nüchtern mit einer Kutterausfahrt auf dem Schweriner See und der Vermittlung von Grundwissen, welches unsereins stellenweise auch dringend nötig hatte. Trotz jahrelanger Erfahrung mussten wir feststellen, es gibt mehr als Kutter, Wind, Bier und Meerjungfrauen. Unsere Wegbegleiter Brandi und Torsten hatte es auch nicht immer einfach bei der Schließung all der „kleinen“ Wissenslücken und so setzte eine Woche völliger Losgelassenheit von Heimat, Beruf und Familie ein, welche geprägt war durch immer wiederkehrende Situationen: theoretischer Unterricht, Segelpraxis Kutter/Jolle, Knotenbahn, Essen, Trinken, Tischtennis, Prüfungsfragen pauken und... manchmal auch eine Mütze Schlaf – mit Seemann- und Prüfungsträumen natürlich.

Frühstück und Kutterausfahrt

Dem Einen oder Anderen zog es stellenweise auch mal „raus“ in das wahre Leben, um dort den Dingen der einfachen Art zu frönen: fremdes Bier trinken, tanzen, aber auch Einkaufen (in Schwerin ein wahres Erlebnis mit den entsprechenden Cottbusern) und natürlich auch die fremde weite Welt schauen – der ewige Drang des geborenen Seemannes eben. Somit war auch für Abwechslung gesorgt und eine besondere Art davon bot uns Käpt´n Brandt mit den insbesondere nächtlichen Ausfahrten auf der Motoryacht „ADLER“. Dies war dann ein gelungener Mix zwischen Party und nächtlicher Seefahrt – Verkehrkunde und Zusatzwissen für Seesportler eben.

Fahrten auf der "Adler"

Der Vorabend zur Prüfung stellte sich als gemeinsamer Lehr- und Grillabend heraus. In einem Wechsel zwischen Frage und Antwort wurde das Gesamtspektrum an Binnenwissen wiederholt und gefestigt. Der „böse Benny“ stellte sich manchmal sogar blind, aber alles wurde gut.

die Ausbildung

Der Tag der Tage begann mit einem heftigen Windchen und so mancher wollte sich glatt krank melden - das gute Frühstück schmeckte wohl nicht Jedem. Die Jollen warteten aber schon wippend und die Prüfer wurden nach den ersten Gesprächen auch etwas freundlicher. Einen Kapitän zur  See große Fahrt hatten wir ja bereits unter uns, er vergaß lediglich das Vorhandensein seines Patents! Somit unterstützte auch er uns und vermittelte den nötigen Mut. Zu guter Letzt „Alle haben bestanden!“ es gab Bier!!! und ein klein wenig Magendrücken blieb trotzdem, die Seeprüfung fand ja eine Woche später in Rostock statt.

Segelschule

Am Nachmittag das Zeesenbootsegeln mit einigen spektakulären Manövern unter gerefften Segeln. Der Kapitän hatte wohl Bedenken zur Mannschaft, jedenfalls konnte so manches Verbesserungspotential dieser Bootsklasse durch uns aufgedeckt werden.

auf dem Zeesenboot

Der Abschlussabend war durch eine letzte „ADLER“-Ausfahrt gekrönt und die anschließende Nacht mit Freddy`s Party der totale Hinkucker. Es kam der Cremé des Cremès aus Schwerin und wir wollten eigentlich schlafen gehen, aber bei dem Krach?! So machten wir einfach mit und gingen ein wenig später in die Koje.

Übrigens konnten, bis auf eine alte Frau, einem Lebenskünstler und einem Mann der einen Barbier gut kannte, alle Ihren Sportboot-Führerschein See am darauf folgenden Wochenende erlangen. Von den verbleibenden Binnen-Seesportlern jedenfalls, fordern wir das Gruppenziel behände zu erreichen. Nicht so viel „finken“, viel Fleiß und Glück.

Sven

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Fotos: Bert

» bert(at)entdeckungsreisender.de

 

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Kommentare

Anzeige: 1 - 2 von 2.

Skip

skip(at)entdeckungsreisender.de

 
Tuesday, 28-09-04 00:47
netter Bericht, warst wohl beim Verfassen desselben immer noch vom Bier beseelt, was?

Bert

bert(at)entdeckungsreisender.de

 
Sunday, 05-09-04 01:52
ein sehr schöner Beitrag, ich hoffe es gibt noch eine Menge von Dir zu lesen

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