Traktor Yolanda bei der Mondiali 2007
Mittwoch, 11. Juli 2007
Die 11. Mondiali fand in diesem Jahr im Sportzentrum „Salvador Allende“ in Casalecchio di Reno, einem Vorort von Bologna, statt. Die Veranstalter hatten nach 10 Jahren Montecchio einen neuen Standort gewählt und demzufolge gab es natürlich auch ein paar Änderungen, die aber eigentlich alle insgesamt völlig okay waren und teilweise sogar besser (z.B. die Dixies). Luxuseinbußen, sofern man beim Zelten davon überhaupt sprechen kann, gab es bis auf die strikte Trennung von Zelt- und Parkplatz keine. In der Nähe war ein Fluss, zum Baden aber ungeeignet weil hohes Krankheitsrisiko. Dafür konnte man sich aber 12km weiter im Freiluftschwimmbad abkühlen. Traktor Yolanda hatte die Mannschaft nicht nur sportlich sondern auch charakterlich aufgerüstet. Mit dabei waren Maria, JanaP, EvaB, JanaF, Anna-Luise, Jens („Die Katze“), Schieke, Berte, Ingo, Weitze, Lars, Pohle, Philipp, Clemi, Hagen, Jason (Chefcoach), Fluschi, Rücki, Knecke, Michél, Weizenrainer und Pit.
Ein paar von uns ballerten mit dem Privatwagen runter, andere wiederum bevorzugten die Luxusvariante mit Flugzeug und Mietwagen und noch ein paar Andere nahmen vom Flughafen Mailand/Bergamo die öffentlichen Verkehrsmittel. Der Trainerstab um Chefcoach Nowoczin lies es besonders gemütlich angehen. Statt komplett über die gebührenpflichtige Autostrada zum Zielort zu gelangen machten die Herren eine gemütliche 6h-Über-Land-Kaffeefahrt daraus inkl. Picknick im Grünen und Eis essen in einer italienischen Kleinstadt und im Wagen lief der neue Traktor Yolanda Sampler. Bei der Ankunft war die Stimmung etwas down weil der ausgewählte Standort für unser Zeltlager nicht optimal war und unsere Mädels auch die ersten Flirtversuche abwürgen mussten. Wir fanden aber ein paar Meter weiter eine Alternative und sicherten uns ausreichend Platz für ca. 10 Zelte und die Dreiersitzbank. Nach dem die Einkäufe erledigten waren und die ersten Zelte standen, wurden die ersten Biere gereicht, das Turniergelände begutachtet und ein leichtes Training absolviert.
Beim Training fehlte allerdings im Tor die „Katze“, was leider auch seine Gründe hatte. Jens, Maria und Anna-Luise hatten bei der Anfahrt Probleme. 50km vorm Ziel versagte die Gelenkwelle vom VW-Bus. Der Titan musste innerhalb von 30 Minuten entscheiden, das „Fahrzeug des Lebens“ durch die Schrottpresse jagen zu lassen oder noch mal 450 EUR für die Reparatur zu opfern. Jens entschied sich für die Werkstattvariante, lagerte die Mannschaftstrikots und Campingsachen in einen Mietwagen um, traf am Abend im Mannschaftslager ein, organisierte den Zeltaufbau, trank beim Konzert und im Grölzelt mit allen ein paar Bier und ließ den VW-Bus erstmal VW-Bus sein. Watt’n cooler Traktor-Keeper. Wäre ich ein Mädchen, wäre Jens unter den TopFive der fehlerlosen Traumtypen. Auf Jens!
Donnerstag (Kleiner Freitag), 12. Juli 2007
Die Spielvorbereitung begann am Vormittag mit einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück am Zeltlager. Auf Marias Bastmatte wurde leichte Kost serviert, Zeitungen und Magazine gewälzt, gequatscht, Kaffee getrunken, geraucht und sogar Wäsche gewaschen. Die Stimmung war gelöst. Dann wurden so langsam auch die ersten Sporthosen und 20er Alustollenschuhe übergezogen. JanaP verteilte die neuen Trikots. Am frühen Nachmittag traf weitere Verstärkung ein. Die Jungs um Regisseur Ingo Wille (mit eigenem Versorgungszelt) hatten eine Woche vorher in Rimini ein Trainingslager am Tresen absolviert und stießen braungebrannt und gut erholt zur Mannschaft. Nach der harten und entbehrungsreichen » Vorbereitung am Fröbelplatz war unser Team jetzt auf den Punkt genau physisch und psychologisch topfit. Der Traktor konnte starten und den Acker pflügen.
Wie jedes Jahr hatten wir auch dieses Jahr wieder die ehrenvolle Aufgabe, uns in der einzigen Todesgruppe des Turniers durchzubeißen. Der erste Gegner waren die Revolution Kicks aus Göttingen. Was als lockerer Nachmittagsspaziergang gedacht war entwickelte sich auf dem Staubacker zu einer Geduldsprobe. Als zur Halbzeit dann endlich das 1:0 fiel war die Sache jedoch gelaufen. Die Traktor-Elf wurde immer sicherer, hatte den Gegner fest im Griff und legte Tor um Tor nach. Am Ende stand ein mehr als verdientes 5:0 auf der Anzeigetafel. Der Start war also gelungen und zur Belohnung gab’s im klimatisierten Sauerstoffzelt gekühltes Fassbier. Das nächste Kanonenfutter war die Pistrakas Army aus dem spanischen Cuenca. Um 17 Uhr war von den Spaniern jedoch weit und breit nichts zu sehen. So wurde das Spiel gemäß den Turnierregeln mit 2:0 für uns gewertet und bescherte uns mit 6 Punkten und 7:0 Toren den bis dahin besten Start in eine Mondiali. Wer jetzt jedoch dachte, dass sich die Mannschaft auf die faule Haut legen würde wurde eines Besseren belehrt. Da alle noch Bock auf Spielen hatten, entschied man sich kurzfristig für ein internes Trainingsspiel. Pit half nebenbei noch bei den Red Zombies Neukölln aus, der Auftritt bereitete ihm jedoch mehr fußballerischen Frust als Freude am Spiel. Danach war Auslaufen angesagt – Konterbiere, Duschen, Essen, Konzert, Grölen, Kempeln auf der Wiese, Bier, Tanzen und alles in Einzel- oder Gruppengesprächen. Die Mannschaft rückte zusammen und beschwor den Geist von Casalecchio.
Wissenswertes
Reisen bildet ja bekanntlich und so wusste unser Mixteam nach den ersten Taktikschulungen dann auch um die Bedeutung des „Shockers“, ein Fingerspiel mit frivolem Hintergrund. Pit hatte sich einst dazu in einem Frauenmagazin belesen und gab dieses wertvolle Wissen an die Mannschaft weiter. Hier mal eine Erklärung aus dem englischsprachigem Web: What is the shocker? Well the shocker is simple. Make a fist, extend your first finger, then your second finger, and finally your pinky, leaving only your ring finger unextended. This is the shocker. So what do you do with the shocker? The shocker gives the girls more pleasure. The original purpose of the shocker was for insertion into your favourite lady-friend. The two fingers together would go into the larger of orifices, while the pinky would slide comfortably into the smaller of the two. No, we're not talking about her nose and mouth. This act has many catchy descriptions e.g. "Two in the goo, one in the poo”. Many women enjoy the shocker, but remember, always proceed with caution and use the shocker responsibly so that you will be able to use the shocker time and time again! Bei den Amis gibt es mittlerweile sogar den Big Shocker zu kaufen, ein überdimensionaler Schaumstoffhandschuh, wahlweise in den Farben Gelb, Rot, Orange, Blau, Grün, Violett oder Braun. Stückpreis 10 Dollar. Eignet sich für Faschingsfeiern, Volksfeste, Konzertbesuche, Sportveranstaltungen, als Wohnungsdekoration oder für die nach Fußball schönste Nebensache der Welt. Viel Spaß beim Ausprobieren. /// content by xxlfighter
Freitag, 13. Juli 2007
Die Auswirkungen, des für uns ungewöhnlichen Donnerstages, steckten uns noch sehr in den Knochen, besser gesagt in der Leber und der Lunge. So etwas gab es für uns noch nie. Traktor Yolanda startete mit zwei Siegen ins Turnier. Formidable. Na ja, um der Ehrlichkeit Tribut zu zollen, eine Mannschaft ist nicht angetreten. Trotzdem, sonst hatten wir immer Probleme ins Turnier zu finden. Meist mit einem grottigen Unentschieden oder einer knappen Niederlage. Sollte sich das » Training in der Fröbelkampfbahn doch gelohnt haben? Oder waren es die Stareinkäufe? Mit der isländischen Abwehrwand Michél hatten wir einen ausgebufften und versierten Abwehrrecken mit ordentlichem Zug zum Tor verpflichtet, der sich auch nicht zu schade war, den Ball auch mal über das gegnerische Tor und den dahinter befindlichen Zaun zu donnern, um uns ein paar freie Sekunden im Glutofen von Casalecchio zu verschaffen. Des Weiteren gab und gibt es ja die hoffnungsvollen Talente Philipp und Clemi. Beide, ähnlich wie die Boateng – Brüder, in Berliner Problembezirken aufgewachsen, sahen in der Mondiali die einzigartige Chance, mit engagiertem Auftreten den hohen Anforderungen von Traktor Yolanda zu entsprechen und auf ein dauerhaftes Verhältnis zu hoffen. Aber ich schweife ab. Ich soll ja über den Freitag berichten und nicht vom Donnerstag schwärmen. Mein Wachwerden fiel ungefähr so aus. Jens zo tak – der Pole – brüllte in so ziemlich jedes Zelt unserer Mannschaft. Ziemlich ‚bösverbal’ wies ich ihn noch einmal in seine Schranken. Aber der Grundstein war gelegt, dass die Auswirkungen der letzten Nacht Oberhand über meinen Kopf erlangten. Irgendwas so um 10 oder 11 schlug die Uhr. Im Zelt wurde es für uns (Sandra hieß in diesem Jahr Pit Friebel) zu warm und so quälten wir uns ans Licht. Ja auch dieser Tag sollte wunderschön, wolkenlos und viel zu heiß werden. Die Zeit bis zu unserem nächsten Spiel (13 hundert) überbrückten Mann und Frau mit zaghaftem Frühstück und der Suche nach Schatten.
Dann war es soweit. Pünktlich wie die Maurer fanden sich alle Mannschaftsteile von Traktor Yo am Spielfeld ein. Ebenso unsere miteifernden Gegenüber „Outsiders Avellino“. Noch immer das Hochgefühl des Donnerstages im Körper, fanden wir an diesem Tag nicht so recht ins Spiel. Als ob unsere Eröffnungspartie um einen Tag nach hinten verschoben wurde. Nichts passte in dieser Partie. Im Endeffekt schwatzten uns die Italiener noch ein reguläres Tor ab. Clemi diskutierte noch immer und schwups waren die 2 x 10 Minuten vorbei und es stand 2:2. Ich weiß schon gar nicht mehr, wer unsere Tore geschossen hat. Aber ich habe ganz stark Ingo, unseren ‚Sunnyboygoalgetter’, in Verdacht. Wir hätten noch Tage diskutieren können, aber vielleicht war es ja ein Schuß vor den Bug zur rechten Zeit. Außerdem erkannten wir erstmals die Kraft der Annullierung von gegnerischen Toren auf dem Spielfeld. Aber ich möchte dem weiteren Turnierverlauf nicht vorgreifen. Ich persönlich fand das Unentschieden gut und auch gerecht. Denn so grotte wie wir gespielt haben, wäre es höchst unverdient, hier die 3 Punkte einzuheimsen. Ce la Leben ... und weiter geht’s.
Den Rest des Tages kann ich nur für einen kleinen Teil von unserer Mannschaft beschreiben. Denn die tollen Jungs Knecke, Michél, Jason (unser Trainerfuxx), unsere Jungdachse Philipp und Clemens und meine Wenigkeit (fluscHi) begaben sich auf kulturelle Entdeckungsreise nach Bologna. Mit ein wenig Verspätung und viel Relaxtheit ging es dann los. Wie in der Mannschaft nahm auch hierbei unser Trainer Jason das Zepter in die Hand. Ein TTT (TotalTollerTyp) gab uns einen kostenlosen ‚Pickup’ zum Bahnhof. Auf den Gleisen wartete schon der Zug. Mit einer total sympathischen Frage auf Englisch nach dem Ticketverkauf im Zug schafften wir es, den Schaffner und den Lokführer überzeugen, uns für umsonst mit nach Bologna zu nehmen. Dort angekommen, konnten uns Philipp und Clemens nicht die beste Kaffeebar vorführen, da diese geschlossen hatte. Nach einem langweiligen Wochenmarkt, der zu 90 Prozent aus Schuhen bestand (90 Vol% im Alk sind mir wesentlich lieber) schlenderten wir ziellos durch die tollen alten und sehr schönen Gassen der Stadt. Nur unser Trainerfuxx schien einen Plan zu haben. Dabei handelte es sich um den von Knecke in Papierformat. Nachdem unser Jungdachs Philipp seiner animalischen Notdurft des Kackens nachgekommen war, ging alles sehr schnell. Spielerstreik, Rumnörgeln, das Tempo verlangsamen und Sticheleien gegen den Trainer. Schlussendlich hatten wir ihn soweit. Wir durften uns in ein Straßencafé setzen und Bier ordern. Sich von der netten Bedienung einlullen lassen, nicht nach dem Preis fragend, orderte ich erst einmal Corona, da mir Becks einfach zuwider ist. Einige Biere und einige Zeit später orderten wir auf Anordnung vom Trainer die Rechnung. Und mit etwas Grinsen im Gesicht stellten wir fest, dass wir den Stockholmer Bierpreis (5,30 € für 0,5l) getoppt hatten. Glatte 5 € für eine kleine Flasche Corona. Nicht schlecht, aber so ist halt ‚la dolce vita’ – teuer und erbarmungslos. Die nächsten Biere wurden dann halt für 1,30 € für 1l im Gemüsespätie geordert. Dann schlenderten wir zum Piazza del Nettuno mit dem berühmten Neptunbrunnen. Vorbei an der fünftgrößten Kirche der Welt begaben wir uns dann auf Nahrungssuche. Dies war schwieriger als gedacht. Zwar sahen wir noch zwei miteinander konkurrierende schiefe Türme, aber diese konnten uns nicht behilflich sein bei unserem Problem des leeren Magens. Wiederum war es der Trainer, der den Durchblick hatte. Vielleicht lag es auch an seinem (erstaunlicherweise) ‚Wenigerverbrauch’ an Bier. Nach einigen Pizzen und etwas leichtem Weißwein ging es dann an unsere letzte Etappe, der Rückreise. Jason hetzte uns durch die Stadt, wir wussten nicht, ob er uns ein paar Extrastrafrunden aufhalste, dafür dass wir dem Gotte Bacchus so huldigten. Endlich am Bahnhof angelangt, stellten wir fest, dass es keinen Zug mehr in unsere Richtung gab. Na Prima, angesoffen in einer Stadt ohne ein Bett für uns. Wie der brave Soldat Schwejk schon folgerichtig sagte, es gibt immer ‚zwee Meeglichkeeten’. Entweder ein Bett im Hostel oder eine Taxifahrt in unsere Gefilde. Wir entschieden uns für die letztere Möglichkeit, da Casalecchio nicht allzu weit weg war. Dies alles hielt unsere Jungdachse nicht davon ab, auf dem Bahnhof mit Hilfe von neumodernschen Kram den ultimativen Boxkampf auszufechten. Ich glaube mich erinnern zu können, dass Philipp den Kürzeren zog.
Na ja, der Rest ist schnell erzählt. Taxifahrt für 20 Oironen zurück, Umzug der Mannschaften verpasst, auf dem Sandhaufen sitzen und Wein gezerrt, Pohle nicht überzeugen können, Wein zu holen, weil ich mit Nachnamen Wein hold heiße, und noch ganz toll in Marias Geburtstag reingefeiert. Dabei nahm ich Jens die Chance als Erster seiner Freundin zu gratulieren, da meine Uhr 5 Minuten vorging. Sorry Jens, ich wollte das zarte Pflänzchen der Liebe nicht mit meinen dreckigen Füßen zerstören. Nun stellt sich die Frage, ob ich die nächsten 3 bis 4 Stunden erzähle, oder ob es schon zum Samstag zählt und der Nächste ran darf? Ich mach' es einfach mal ganz kurz. Wir stahlen den Afrikanern in ihrem eigenen Zelt beim Tanzen die Show. Knecke hatte plötzlich einen neuen Kumpel, der nicht mit ihm im Zelt verschwinden wollte. Und einem sich Maria sehr näherndem Tänzer zeigte ich die imaginäre Rote Karte und führte Maria wieder auf den Weg der Tugend, zu ihrem Freund Jens zo tak. Schon am Abend beschlich mich das leise Gefühl, dass mein heutiges Aufstehen nur der kleine Bruder vom morgigen Aufstehen sein sollte. Und, soviel darf ich noch sagen, ich sollte Recht behalten. /// content by fluscH.
Sonnabend, 14.07.2007
Die Nacht vor dem alles entscheidenden Tag der Gruppenphase war zwar kurz, aber wie sich später herausstellen sollte ausreichend. "Was schon 10.30?" hallte es durch die Zelte bevor sich Hektik breitmachte. Trotz einiger Ningeleien erschien das Team pünktich 3 min vor Spielbeginn zum Aufwärmen auf Campo 11. Der Tabellenfürer Bologna Antirazzista hatte sich zum Spitzenspiel angekündigt. Wie nicht anders zu erwarten hatte Trainerass Jason jeden Einzelnen mit einem sensationellen Trick bis in die Haarspitzen motiviert, indem er jedem von uns in den alkoholisierten Morgenstunden eine Stammplatzgarantie gab. Der Gegner war verständlicherweise ob unserer Startformation von 21+1 Torwart etwas konsterniert und die Situation konnte nur durch den heranhetzenden Trainer "hab die ganze Nacht über der Taktik gesessen" geklärt werden. Die Teams waren bereit, das Stadion tobte, es konnte losgehen. Schon innerhalb der ersten Minuten entwickelte sich ein kampfbetontes Getümmel auf allerhöchstem spielerischem Niveau was den Talentspähern einiger Champions League Teilnehmer volle Einkauszettel beschert hätte. Einen fies gezirkelten Schuß unserer Gegner konnte der bis dahin fehlerfreie Jens nicht einsehen und zakdiewum lagen wir 0:1 hinten. Wer nun aber einen Einbruch unsererseits erwartete lag völlig daneben. Durch eine taktisch kluge 30 sec Wechselrotation wurden die Bolognesen verwirrt und die daraus folgenden Zuordnungsprobleme konnte Ingo mit einer direkt verwandelten Ecke nutzen 1:1. Nach der Pause musste dann erst mal eine kleine Schrecksekunde verdaut werden nachdem JanaF die Situation vor dem eigenen Tor nach einer ewig dauernden Knödelei mit einem "jetzt hab ick aber die Faxen dicke" in guter Torwartmanier klärte. Den weit aufgerissen Augen sämtlicher Spieler wurde ein entwaffnetes "Huch" entgegengesetzt und weiter gings. Dieses Signal wurde verstanden und kurze Zeit später semmelte unser Nachwuchstalent Clemens aus der C-Jugend nach wundervoller Kombination über 36 Stationen den Ball ins Netz 1:2. Etwas zu euphorisiert vernachlässigten wir daraufhin unsere Abwehrarbeit und wurden Sekunden später mit einem gewaltigen Fernschuss zum 2:2 bestraft. Aber wer zusammen pennt, rafft sich auch zusammen wieder auf und kurze Zeit später konnte sich wiederum unser Mann des Spiels Clemens im Gewühl die Pille sichern und zum hochumjubelten 2:3 einklinken. Der Rest war Beton anrühren und über die Zeit schaukeln. Yesss Tabellenführer.
Nach einem kurzen Frühstück stand schon das letzte Vorrundenspiel gegen die Texas Anti-Border Patrol auf dem Spielplan. 13 Uhr, gefühlte 40 Grad, aber Traktor wirkte austrainiert und zuversichtlich, Unentschieden reicht. Die Texaner standen dann auch als erstes Team in unserer Gruppe mit Frauen auf dem Feld und verdienten damit unseren Respekt. Die Amis standen sehr gut in der Abwehr und wurden zusätzlich von den Outsidern aus Avellino unterstützt, die ihrerseits auf einen Ausrutscher von uns hofften. Lasche Einstellung zu Beginn des Spiels, vergeben unzähliger Großchancen (wobei sich hierbei ein junger Mann mit kurzen blonden Haaren besonders hervortat), kurzum es wurde eine Zitterpartie. Nur unser einziger Mann Ingo mit Normalform bewahrte uns vor einer Blamage und markierte mit einer Einzelaktion kurz vor Ende das fällige 1:0. Aber Schwamm drüber, eine große Mannschaft zeichnet sich dadurch aus auch ein solches Gegurke zu gewinnen. Erstes Ziel erreicht, Gruppensieger.
Den Nachmitag nutzten einige zum übermässigen Feiern, andere erfrischten sich im Freibad "ZUR GRÜNEN BADEKAPPE", der Rest lag komatös irgendwo rum. Der Abend fing etwas zäh an "Na gut ein Bier trink ich mit", entwickelte sich aber noch zu einem geselligem Abend mit Konzert und mal wieder mehr Bier als unbedingt nötig. In den frühen Morgenstunden löste sich die Truppe mal wieder in dem Bewusstsein auf, dass die Los Amigos Monaco auch mit 3,8 Promille Restalkohol zu schlagen sind. Der Sonntag sollte es zeigen. /// content by andi
Sonntag, 15.07.2007
Der Tag begann wie gehabt mit Sonne, einem Lächeln auf den Lippen, Kaffee und dem obligatorischem Betätigen des manuellen Desinfektionshebel in der roten Plastikbox. In den letzten Tagen hatte unser Team auf Grund der sportlichen Erfolge, des gemeinsamen Feierns und der individuellen Freizeiteindrücke mächtig an Selbstbewusstsein gewonnen, nicht im überheblichen oder arroganten Sinne sondern grundsolide mit positiver Ausstrahlung. Genau das richtige Feeling also, um durch die K.O. Runde zum WM Titel zu marschieren.
Jason der alte Trainerfuchs hatte noch am Abend vorher nach stundenlangen Gesprächen mit dem Präsidium und ausgiebigen Videoanalysen nicht nur taktisch sondern auch sportlich perspektivisch umgestellt. Statt wie von einigen Spielern gefordert, den vorne glücklosen Chancentod (s.a. Bericht vom Vortag) ablösefrei an Schalke zu verscherbeln (Höchststrafe) wurde dieser in die eigene Verteidigung beordert und mit dem Spezialauftrag betraut, eine Abwehr aus Granit zu bauen. Um 11 Uhr erwarteten uns bei sengender Hitze die Los Amigos Monaco (Herkunft: Bayern). Unser Team wirkte etwas überspielt und ausgepowert, hinten brannte zwar nix an, vorne war aber auch nix Zwingendes zu sehen. Der Gegner stand relativ sicher und stabil. Nicht umsonst hatten die Monegassen in ihren Gruppenspielen nur ein Gegentor kassiert. So plätscherte das Spiel vor sich hin und der ein oder andere Zuschauer freute sich schon aufs Elferschnicken, als dann doch ein paar Minuten vor dem Ende der Fußballgott mit einem unglücklichen Gegentor den Siegesrausch der Traktorelf brutal in die Tonne drückte. Die Zeit drängte und so wurde auf die altbewährte Brechstange gesetzt. Es half aber nichts mehr. Schlusspfiff, aus und vorbei. Schade aber irgendwie auch nicht weiter schlimm. So brauchten wir bei gefühlten 65°C wenigstens nicht noch mal ran, konnten duschen, die Zelte abbauen, auf der schattigen Tribüne nach jungen Talenten für die eigene Nachwuchszucht spähen und in aller Ruhe abdampfen. Nur ganz große Teams verarbeiten in dieser Art und Weise unglückliche Niederlagen. Respekt!!!
/// content by xxlfighter
Andi Schieke erreichte wenige Tage später in Berlin noch ein Anruf der italienischen Botschaft, in dem sich ein kleines Mädchen bei Eva, Lars und Hagen für die Rettung einer Glühlampe aus dem Iseosee bedankte. Der Dank ist hiermit ausgerichtet, komplette Story nur bei den Beteiligten, Andi will niemanden bloßstellen. /// Anekdote by Andi
Noch ein paar Infos und Danksagungen
Wer Interesse an Traktor Yolanda Buttons und am 2007er Sampler hat, einfach bei Fluschi melden. Es sind noch genug da. Alle Bilder findet Ihr in der » Bildergalerie. Videomaterial gibt es auch jede Menge (1x Chancentod, 1x Umzug, 3x Fussball, 6x Tanzen, 9x Grölen, insgesamt ca. 145MB, Format Mpeg-2). Bei Interesse einfach an Pit wenden. Und weiter unten gibts noch für Euch die Möglichkeit, Leserkommentare abzugeben.
Maria, noch mal alles Gute im neuen Lebensjahr. Vielen Dank an JanaP für die Kreation und Produktion der neuen Trikotkollektion, vielen Dank an Fluschi, Jens und Maria für das Design und die Pressung des Traktor Yolanda Samplers, vielen Dank an Fluschi für die Buttonproduktion und vielen Dank an die Verfasser dieses Reiseberichts.
Und Tausend Dank an Traktor Yolanda.
Es hat echt Spaß gemacht mit Euch.
Ihr wart einfach nur eins - SEHR GEIL!!!
Euer Andiewandundfeuer, Fluschi und Pit
Leserkommentare
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