Seid Ihr ne Band? – Ein Sportausflug in die Niederlausitz

Traktor Yolanda beim 9. Restlochcup in Lauchhammer

Lauchhammer-Nord, Sa./So., 11./12.07.2009

Stadion: Sportanlage des SV Glückauf Kleinleipisch
Zuschauer: ca. 100 + 1 Schreihals

Spieler: Patte (TW), Sandra (einzige Spielerin des Turniers), Florian,
Knecke, Fluschke, Torsten, Klemi, Turnschuh, Andi Schieke, Pit (seMK)
Fans: Marina, Maikl, Sabine, Moritz, Lars, Angelika, Frieda, Inka

Als unbekannter Neuling trat die Fußballmannschaft von Traktor Yolanda am vergangenen Wochenende beim traditionsgeschwängerten Restlochcup in Lauchhammer an. Lauchhammer ist eine Stadt aus 5 Dörfern im Süden Brandenburgs im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und zählt ca. 18.000 Einwohner. Sowohl die Stadt selbst als auch die nähere Umgebung sind durch langjährige Bergbau- und Industrietätigkeit geprägt. Lauchhammer zählt mit seiner langen Bergbautradition zu den ältesten Industriestandorten des Landes Brandenburg.

12 Mannschaften spielten zunächst in 2 Gruppen, im Modus Jeder gegen Jeden, die beiden Erstplatzierten aus, ehe dann die Halbfinals, Spiel um Platz 3 und das Finale im K.O. System ausgetragen wurden. Gespielt wurde auf Rasenkleinfeld mit einer Spielstärke von 6-1 und einer Spielzeit von 15 Min. ohne Seitenwechsel. Fluschke loste uns in Gruppe A was auch ganz gut war, denn bis auf den einen oder anderen Treter blieb in dieser Gruppe alles im fairen Rahmen und ging relativ locker zu. Im Vorfeld sickerte bei uns durch, dass es bei diesem Turnier im sportlichen Bereich durchaus etwas ehrgeiziger zur Sache geht. Die Rede war von ehemaligen Aktivisten und alten Haudegen vergangener Oberligazeiten sowie von konditions- und spielstarken Teams im besten Fußballalter, die mit blutjungen Talenten nachgerüstet wurden. Aber irgendwie war uns das egal oder besser noch – es erhöhte den Reiz, als bunter Underdog einen soliden Abwehrriegel aus Granit zu bauen und mit ein paar Entlastungskontern für Nadelstiche zu sorgen.

Und diese Taktik ging dann auch ganz gut auf. Im ersten Spiel trotzen wir mit einer starken Defensivleistung dem späteren Turniersieger Bad Kissingen ein 0:0 ab und hatten sogar Chancen, das Spiel mit etwas Glück zu gewinnen. Während dieses Spiels belächelte uns bereits unser nächster Gegner und späterer Finalist Kleinleipisch, die uns locker schlagen würden. Zu dem reizte hinter unserem Tor ein angetrunkener jugendlicher Schreihals permanent mit Sprüchen, die teilweise weit unter der Gürtellinie waren. Der Schreihals wollte u.a. auf einer unserer Mütter trainieren. Und dann kreuzten wir mit Kleinleipisch im zweiten Spiel endlich die Klingen. Zunächst drohte es ein Debakel zu werden. Schnell führte der Favorit mit 2:0 und hatte noch einige Möglichkeiten das Ergebnis höher zu schrauben, aber da machte unser Torhüter Patte nicht mit. Der griff sich in jedem unserer Spiele sowieso alles, was bei 3 nicht auf den Bäumen war. Ganz starke Leistung, die dann bei der späteren Siegerehrung zu Recht mit der Auszeichnung „Bester Torhüter des Turniers“ geehrt wurde. Mehr und mehr ging bei uns jetzt auch nach vorne was. Fluschke tankte sich auf links durch, geriet ins Straucheln, fiel und der Schiri entschied sofort auf Strafstoss. Fairerweise blieb Fluschke dem Referee gegenüber bei der Wahrheit (kein Foul und außerhalb des Strafraums) und so entschied dieser dann wenigstens auf Freistoß den Klemi anschließend zum 2:1 Anschlusstreffer in den Winkel drosch. Der nächste Konter saß dann auch noch. Nach feiner Doppelpasskombination versenkte Youngster Flori flach unten links. Die restlichen Angriffsbrände der Kleinleipischer löschte dann unsere Abwehr zusammen mit Patte. Fast hätte dann noch kurz vor Schluss mit etwas Fortune ein weiterer Konter gesessen, aber wir waren gnädig, beließen es beim Sieg gefühlten 2:2 und freuten uns diebisch über die ersten Auswärtspunkte.

Die beiden Achtungserfolge hatten leider auch ihren Preis – Turnschuh musste wegen Bänderverletzung für die restlichen Spiele passen und Fluschke knickte um, biss aber nach einer längeren Pause noch mal auf die Zähne. Beiden an dieser Stelle gute Besserung in der Hoffnung, dass es nichts Ernstes ist. In den restlichen 3 Spielen ließ dann ein wenig die Kondition und Präzision nach. Gegen Heizungsbau Thiemig gab’s eine Nullnummer, gegen O’Connor eine 0:1 Schlappe und gegen Turboscheune zum Abschluss ein versöhnliches 1:1 (Tor: Klemi, direkter Freistoß; und Patte entschärft kurz vor Schluss ein 100%ige im Liegen per Kopfballabwehr). Trotzdem legten wir für die Zuschauer noch schöne Spielzüge und etliche Chancentode aufs Parkett. Letztendlich sind wir dann mit 4 Punkten und 3:4 Toren aus dem weiteren Turnierverlauf ausgeschieden. In der Gruppe reichte es zu Platz 4, in der Gesamtwertung sind wir auf Platz 8 gelandet. Wohlwollend wurde unser Auftritt auf und außerhalb des Spielfeldes zur Kenntnis genommen. Erfahrene Fußballexperten alter Schule (dicker Bauch, kariertes Hemd, Lederhut) erkundigten sich ob unserer unbekümmerten Art Fußball zu spielen am Spielfeldrand bei Maikl, wer wir denn seien und wo wir herkommen, Klemi wurde während eines Spiels gefragt ob wir ’ne (Musik-) Band seien, die Gegner freuten sich über unsere Gastgeschenke (Traktor-Yolanda-Sampler 2009) und das Publikum litt mit, wenn wir gute Torchancen versiebten. Es hat einfach Spaß gemacht, mal wieder aufm Dorf Fußball zu spielen.

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Bis zum Turnierende verging noch einige Zeit und so schauten wir uns die restlichen Spiele an und danach das muntere Treiben auf dem Innenhof der Sportgaststätte. Für allgemeine Erheiterung sorgte dabei ein Sportsfreund in grünem Trikot mit der Rückennummer 17, der in den frühen Abendstunden im Regen allein vor der Bühne mit 3.8 im Turm bereits beim Soundcheck der Pseudorocker „Dawns Moment“ ein Ausdruckstanzsolo nach dem anderen hinlegte. Ganz großes Tennis. Unvergesslich. Hammergeil!!! Dann war endlich Siegerehrung, bei der wir den verdienten Applaus und ein wunderschönes Mannschaftsfoto ernteten und natürlich Patte seinen Pokal. Den Rest des Abends ließen wir auf der Ranch vom Marina und Maikl mit Bier und Ozzy Osbourne ausklingen. Am Sonntag stiegen dann nach dem Frühstück noch die Lauchhammer Stadtmeisterschaften im Tischtennis, die souverän Andi Schieke (1986 DDR-Spartakiadesieger der AK15) ohne Satzverlust gewann. Auf dem Heimweg nahm ein Teil der Mannschaft noch etwas Kultur mit – Mittagessen im Schloss Sallgast (u.a. Burgherrenplatte, Ritterfleischtopf, Kräuterlachsfilet und vegetarische Spätzle) und vom Auto aus Besichtigung der Braunkohlen-Förderbrücke F60 und des Eurospeedway Lausitz.

Vielen Dank noch mal an Rene und Raik (+ gute Besserung) für die Einladung, an die Veranstalter für die gute Organisation, an unsere Fans für den Support, an die Nr. 17 fürs Tanzen, an Marina und Maikl für die Herberge und natürlich auch an die Mannschaft für ein gelungenes Sportwochenende.

content by xxlfighter + fluschke, 15.07.2009

Wer Interesse am Traktor-Yolanda-Sampler 2009 hat wendet sich bitte per E-Mail an Fluschke (» flusch(at)entdeckungsreisender.de).

Leserkommentare

Anzeige: 1 - 3 von 3.

Bert
  Thursday, 16-07-09 09:24
Glückwunsch zu Eurem guten Start in die Profi-Liga. Aber mal ehrlich, Ihr seid doch ne Band, oder?

Wasma Hatdahatma

wh(at)chiloe.cl

 
Thursday, 16-07-09 08:30
Guter Start, Traktor!
Dies lässt dann wenigsten noch Platz nach oben. Eventuell ein wenig Konditionsübung hier, Schußtraining dort und ab ins Finale.

Beim nächsten Mal laden wir euch auch zur Südamerikameisterschaft ein, zwecks Völkerverständigung und so!!!

Eure Wasma aus Chile!

Beckenbauer
  Wednesday, 15-07-09 23:38
Fahrt Ihr nächstes Jahr wieder hin? Gruß. Franz

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