Hallo zurück und Grüße von Sylt.
Im Sommer 2010 wollten wir uns mal ein schönes Plätzchen gönnen und wählten Sylt zum Camping aus. Die Insel der Promis, na wenn die Sylt schon so toll finden, was wir als normal Bürger dann wohl empfinden?
Allerdings eins sollte man vorher beachten, die Fahrkarte, wenn man dann mit der Bahn fährt, sollte man frühzeitig kaufen! Die Strecke ist doch mit günstigen Tickets schnell ausverkauft. Wir waren frühzeitig da und bekamen ein günstiges Ticket. Wenn ihr mit Auto dort campen wollt, die Fahrkarte für den Autozug kann man über den Campingplatz buchen, das erspart Wartezeit.
Den richtigen Campingplatz auf Sylt zu wählen ist auch bei der Internetsuche nicht so einfach.
Wir entschlossen uns für Rantum, da der Ort so toll auf einem Landstrich von Sylt lag.
Und ab ging es in Richtung Sylt.
Also von Berlin nach Sylt ging es besser als ich dachte, in nur 5 Stunden waren wir auf der Insel. Eine halbe Stunde später auf dem Campingplatz.
Mein kritisches Auge fing sofort an zu suchen und zu beurteilen.
Der Campingplatz war nicht so wie ich ihn mir vorgestellt hatte, aber er war OK und sauber war er auch.
Also versuchten wir das Zelt aufzubauen. Wir versuchten es 2 Stunden, da es bei einer Windstärke 4, eine echte Herausforderung war. Kaum war eine Seite fest, flatterte die andere uns um die Ohren. Ich wollte schon Beton kaufen und das Zelt irgendwie zum halten zu bringen. Aber dank unserer Ausdauer und 50 Heringen mehr, die ich dort käuflich erwarb, schafften wir es nach 3 Stunden.
Mittlerweile war es später Nachmittag und wir waren vom Zeltaufbau so was von geschafft, das wir echt überlegten noch zum Strand zu gehen. Ich ermunterte die Meute und sagte,"na los, wenigstens anschauen, das machen wir doch immer".
Alle rafften sich müde hoch und wir liefen Richtung Strand. Zum Strand musste man ziemlich bergauf steigen um den Schutzwall zu überqueren. Als wir oben standen und auf der anderen Seite das Wasser sahen, waren wir doch begeistert. So weit das Auge reichte sah man Wasser und einen schönen Strand.
Abwärts liefen wir dann schon schneller und als wir endlich die Nordsee erreichten, schauten wir gebannt ins Wasser. Es war gar nicht so kalt wie wir vermutet hatten und so schön klar und sauber. Schade das wir unsere Badesachen nicht mitgenommen hatten.
Alle schauten wir uns an und ohne ein Wort flogen die Klamotten in den Sand und wir sprangen ins Wasser. Einige am Strand schauten etwas irritiert und belächelten uns, aber uns war das so etwas von egal. Ausgelassen plantschten wir in der Nordsee oder ließen uns einfach im Wasser treiben.
Geschafft und müde kehrten wir zum Zelt zurück und waren glücklich darüber Sylt gewählt zu haben.
Am nächsten morgen stand die Wahl was wir machen fest. Da der August nicht so viele Sonnentage hatte, entschlossen wir uns die Tage am Strand zu nutzen, die der Monat bietet. Und das waren genau drei Tage auf Sylt.
Aber diese drei Tage hatten wir Spaß pur.
Die Kinder planschten ausgelassen im Wasser, wenn sie denn ins Wasser kamen. Die Wellen sind dort mitunter so stark, dass die Kids ins Wasser laufen wollten und mit der nächsten Welle wieder am Strand saßen.
Bei diesen Wellen mit den Schlauchboot raus zu fahren, war nicht nur ein Kraft- Akt, sondern auch ein Riesen-Gaudi.
Also die Surfer freuten sich riesig über diese Wellen. Selbst als Erwachsender, war das stehen vorne wo die Wellen brechen, nicht immer einfach. Ehe man sich versah traf ein eine Welle und kullerte einen an den Strand.
Eines ist aber zu bedenken was keiner wusste.
Als wir im Meer hin und her schwammen und uns die Wellen auch immer wieder abtrieben, lief ein Bademeister aufgeregt hin und her und winkte uns zu.
Wir wunderten uns, was der wohl wollte ? Also kam ich aus dem Wasser und ließ mich vom Bademeister aufklären. Dieser verwies hektisch auf ein kleines Schildchen am Strand wo drauf stand,"Vorsicht Buhne, Lebensgefahr"!
Irritiert schaute ich den Bademeister an und wusste nicht so recht was er meinte. Ich gab es an die Anderen weiter und auch wenn sich das keiner erklären konnte, blieben wir vorerst in dem Abschnitt, den der Bademeister mir zeigte.
Wovon der Bademeister redete sah ich erst am Abend als ich nochmals zum Strand ging.
Es war gerade Niedrig-Wasser und wir wollten nach Muscheln schauen, oder was das Meer so zurück lässt. Was wir sahen, machte uns sprachlos.
Bei Hochwasser oder Normal-Wasser nicht sichtbar und doch da. Die Buhnen, die sich noch immer im Wasser befinden komplett besetzt mit scharfen Muscheln und hier und da auch schon so beschädigt, das es wirklich lebensgefährlich ist, wenn einen eine Welle da rüber trägt, oder man dort schwimmt. Und das wird mit einen kleinen Schildchen am Strand vermerkt, dachte ich jetzt entsetzt? Warum kennzeichnet man diese nicht auch im Wasser wo man schnell die Orientierung verliert?
Also das ist ein Punkt, den ich auf Sylt sehr heikle finde, daß da noch nicht mehr passiert ist.
Allerdings war es auch wieder aufregend bei niedrig Wasser zwischen den Buhnen zu stöbern, so etwas hat man ja nun auch nicht täglich.
Bis auf meinen herrlichen Sonnenbrand den ich mir dort holte waren die Strandtage wirklich schön. Und keine Quallenplage, nur hier und da vereinzelte blaue Quallen, die so klein waren das man aufpassen musste, das man sie nicht ungewollt verschluckt. Meiner Großen hing ein Schrimps am Hintern, aber das war es dann auch schon.
Und der Sonnenuntergang, auch bei Wolken ein Traum!
Dann schlug das Wetter um. Vom Regen blieben wir bis auf kurze Schauer verschont, aber der Wind war heftig. Bei Windstärke 8 flatterten die Zelte, dass ich dachte wir heben ab und fliegen weg. Naja, einige Zelte hoben ab und flogen wirklich weg und andere rissen auseinander wir Papier. Unser Zelt hielt zu meinen Erstaunen.
Bei solchem Wetter am Strand war es nicht so toll, also dachte ich und sagte, "wir fahren nach Hörnum und machen dort eine Schiffsfahrt" und vielleicht bekomme ich am Hafen ja auch noch ein lecker Fischbrötchen.
Ja nix mit Fischbrötchen, an jeder Ecke wird ein Crepes angeboten und für einen Euro konnte man einen Hering kaufen für die Robbe „Willi“, die sich dort öfters im Hafenbecken aufhält.
Und auch sonst hatte ich mir den Hafen anders vorgestellt, aber da war ja nix bis auf einen Anlegeplatz. Macht nix dachte ich und kaufte die teure Fahrkarte für die Robbenfahrt.
Somit schipperten wir, mit einem Schiff hinaus aufs Meer.
Nebenbei wurden wir über die Insel aufgeklärt, was aber kaum verständlich war. Für die Kinder holten sie ein Netz ein um zu sehen was dort drin ist. Aufgeregt liefen die Kinder hin und schauten was das Meer ihnen zeigte. Eine nette Praktikantin erklärte den Kids einen Seestern, den sie auch anfassen konnten und auch ein zwei andere Kleintiere.
Dann wurden Ferngläser verteilt und auf eine Insel hingewiesen, wo die Robben sind. Gespannt schauten wir durch das Fernglas und sahen nix. Wir schraubten an den Teilen hin und her um sie einzustellen, aber das was man sah hätten auch Pinguine seinen können, so weit weg war es. Naja, schade und das nicht nur wegen des Geldes.
Morgen fahren wir nach List, da ist ein Hafenfest und bestimmt besser als hier.
Habe ich gedacht, aber schon als ich aus den Bus stieg und fragte wo denn der Hafen ist, bemerkte ich schnell das ich mich täuschte. Ich stand direkt vor oder mitten im Hafen und habe gedacht, was List wohl für einen schönen Hafen haben muss. Aber nein, er war ebenso klein und dort war fast nix. Bis auf ein Einkaufzentrum von „Gosch“!
Na gut das hob meine Laune und rettete den Tag. Dort bekam ich alles an Fisch was ich haben wollte und so frisch und lecker, dass mir drei Stunden später schlecht war. Hatte zu viel in mich hinein gestopft, es war aber auch lecker.
Die Kids wollten lieber wieder zurück zum Zeltplatz, dennoch konnte ich sie überreden, wenigstens die kleine Mole mit mir hinaus zu laufen.
Zum Glück willigten sie ein, denn kaum waren wir am Ende der Mole angekommen, sah uns eine Seerobbe mit ihren großen Augen an. Diese plantschte ausgelassen im Wasser, als wäre sie zur Unterhaltung arrangiert worden. Die Kinder freuten sich und ich ärgerte mich wieder über das Geld was ich für die Schiffsfahrt ausgegeben hatte.
Und ehe wir uns versahen, war unsere Woche auf Sylt auch schon wieder um.
Den letzten Tag verbrachten wir in Westerland.
Und ich muss sagen, ich war positiv überrascht. Ich meine dort gab es alles, vom einfachen Kik, bis hin zum noblen Goldladen und überall die kleinen Souvenirgeschäfte.
Und auch wenn es die Insel der Promis sein soll, es gab hier auch einen Lidle und auch wir als Normal-Bürger konnten lecker essen gehen, da die Preise wirklich auch für kleine Geldbeutel waren. Natürlich gab es hier auch lecker Fischbrötchen.
Und nicht zu vergessen ein ganz toller Strand mit Wellen die einfach nur geil sind!
Obwohl ich so viel mehr erwartet habe, von der Insel, kann ich sagen;"Zurück nach Westerland"!
PS. Hatte ich vergessen zu erwähnen, es wurden immer kleine Aschenbecher verteilt damit der Strand sauber bleibt.
Tolle Sache!!! Schaut euch die Bilder an !
Alles Liebe
Dajana
» dajana(at)entdeckungsreisende.de
Foto: Dajana
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