Abu Dhabi - Entdeckungsreise
Die Wüste bei Abu Dhabi

Diesmal begann unsere Reise ab München. Sie sollte uns bis nach Abu Dhabi tragen, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Vor dem Abheben hat Gott aber den Leipziger Flughafen gestellt. Von dort aus sollte uns ein Zubringer bis München fliegen. Lasst mich nur soviel sagen. Anstatt einen zwei Kilometer langen Terminal zu bauen, bei dem sich der Checkin auf der einen und die Abflughalle auf der anderen Seite  befindet. Anstatt diesen Terminal mit lauter kompetenten Personal voll zu stopfen. Anstatt die Parkplätze fünf Kilometer vor den Terminal zu bauen, ohne Zubringer. Anstatt die Parkgebühr auf schlappe 60 Euro pro Tag zu schrauben. Hätten Sie doch lieber ein großes Loch gebuddelt und mit einem Bulldozer alles hinein geschoben. Schöne Grüße nach Leipzig von dieser Stelle noch mal. Nun wie auch immer, wir sind nach einer Stunde Flug mit einem perfekt schallisolierten Flugzeug völlig taub in München gelandet. Kann uns das die Laune versauen? Natürlich nicht!

Ab hier begann der angenehmere Teil der Reise. Lufthansa und Emirates fliegen täglich von München oder Düsseldorf nach Dubai. Der Flug dauert dabei hinzu fünf Stunden und auf dem Rückweg dann etwa sechs Stunden. Beim nächsten Dubai Besuch werde ich jedenfalls mit Emirates fliegen. Der Schweinefraß bei der Lufthansa ist ja schon fast lebensgefährlich. Und so wie ich die Emirate kennen gelernt habe, schlagen die auch mit Ihrer Fluggesellschaft den Service der Deutschen um Längen. Außerdem sind Sie billiger.

In Dubai gelandet fing es erstmal an zu regnen. Was allerdings nur alle 3-5 Jahre vorkommen soll. Langsam aber sicher glaube ich nicht mehr daran, dass ich ein Sonntagskind bin. Der Regen verzog sich aber schnell und ab diesem Zeitpunkt schien nur noch die Sonne. Außer Nachts! ;-)

Wir fuhren dann mit dem Jeep von Dubai nach Abu Dhabi was ungefähr 150 Kilometer sind. Entlang einer immer gleichen Landschaft. Sand! Sand! Sand! Kleine Büsche! Wenn in den Arabischen Emiraten etwas gebaut wird  dann kommen einfach 100 Schieberaupen dremmeln den Sand beiseite und Schwupp die Schwupp steht da ein neues 50-stöckiges Haus. Und in den Emiraten gibt es eine Menge Schieberaupen. In meinen Augen die wohl größte Baustelle die ich je gesehen habe.

In Abu Dhabi konnten wir dann endlich unser Zimmer beziehen. Und spätestens jetzt schwante mir, dass ich mit meinen Flossen und meiner Taucherbrille sowie dem Schnorchel, hier irgendwie falsch bin. Unser Hotel lag im Prinzip mitten in der Stadt. Zwar mit Blick zum Meer aber dazwischen hat Sheik Mohammed bin Shouk al Rashid eine 6-Spurige Strasse bauen lassen. Und diese führte dann direkt zum neu erbauten Sheik Mohammed bin Shouk al Rashid Einkaufszentrum. Unser Zimmer hatte also direkten Blick auf IKEA. Für ein Ruhe verwöhntes Bauernblut wie mich dann doch ein herber Rückschlag. Immerhin sind wir zu Hause zum Badeurlaub aufgebrochen. Selbst Schuld, ich hätte eben auch mal die Hotelbeschreibung lesen sollen. Zu meiner Entlastung möchte ich noch sagen das in den Emiraten fast alle Hotels mitten in der Stadt liegen. Für die Leute hier ist das ein Zeichen von Fortschritt. Die Großstadtbewohner unter euch wissen sicher was die damit meinen. Außerdem wer einen Badeurlaub am Meer machen will ist hier sowieso nicht gerade am richtigen Platz. Der Persische Golf ist sehr salzig so dass man auch ohne Schwimmbewegungen über Wasser bleiben kann. Allerdings leidet die Fauna unter Wasser darunter sehr. Es gibt hier einfach nichts zu sehen. Ich denke auch, dass die Wasserqualität ein bisschen zu wünschen übrig lässt. Schließlich liegen fast alle Strände die man nutzen kann mitten in der Stadt. Der sichtbare Teil des Dreckes stört irgendwie beim Schwimmen. Der unsichtbare Teil macht kleine rote Punkte auf der Haut die lustig jucken. Wir haben uns daher zum Baden meistens in der Poollandschaft des Hotels aufgehalten, welche absolut in Ordnung war.

Bis auf diesen kleinen Rückschlag sind die Emirate aber ein geiles Reiseland. Über das Wetter braucht man sich keine Gedanken zu machen. Die Hitze ist auch erträglich. Da selbst bei 35° im Schatten, durch die trockene Luft, kein Schwitzen einsetzt. Ansonsten gibt es noch zu erwähnen das in den V.A.E. öffentlich nirgends Alkohol ausgeschenkt wird. Wie in keinem Land des Islam. Auch Kippen oder ähnliches bekommt man hier nicht zu sehen. Sie sind genauso unsichtbar wie Radfahrer und Hunde. Warum es keine Radfahrer gibt kann ich mir mit der Fahrweise der Leute hier noch erklären. Aber Hunde, warum es die nicht gibt. Keine Ahnung. Und ja, das Abendessen war wirklich Pork, Beef and Chicken. Wer also Alkohol trinken will, muss sich in den Hotels des Landes bewegen. Das machen hier nicht nur die Touri’s so. Nein, auch die Einheimischen kommen gern in die Diskos die so manchem Hotel angeschlossen sind. Was aber überall zu haben ist, sind die total leckeren Wasserpfeifen. Für mich als Ex-Raucher eine willkommene Gelegenheit dem damals so geliebten Hobby einen Besuch abzustatten. Desweiteren muss man sagen, dass durch das trockene Klima fast keine Insekten vorhanden sind. Also Leuten, denen sonst die Viecher im Sommer auf den Sack gehen, die werden sich hier wohl fühlen.

Aufgrund des verdorbenen Badespasses mussten wir nun unseren Tagesplan ein wenig umstellen. So haben wir uns entschlossen eine Wüstensafari zu machen. Wir trafen uns am späten Nachmittag. Ein paar Franzosen und ein älteres Ehepaar warteten bereits. Als unser Chauffeur kam wollte das ältere Ehepaar doch lieber auf einen anständigen Fahrer warten. Schön für uns. So hatten wir mehr Platz. Die Fahrt dauerte noch eine Stunde bis in die Wüste. Eigentlich ist ja überall Wüste, aber die riesigen Dünen die man so kennt gibt es nicht überall.

In den Dünen angekommen lassen die Jeepdriver erstmal die Luft aus den Reifen. In dieser Zeit hat man gut Zeit sich ein wenig die Beine zu vertreten. Wir taten das an einem Abhang. Wir scherzten ein wenig darüber, dass dieser Hang so steil wäre, dass man selbst zu Fuß diesen nicht mehr erklimmen könnte. Außerdem machten wir uns Gedanken welchen Weg durch diese Einöde unser Fahrer denn nun wählen würde. Kaum war die Luft raus aus der Karre, saßen wir auch schon wieder im Auto. Unser Driver Mohammed wies uns freundlich darauf hin, dass wir den Gurt benutzen sollten. Komisch nur, kurz vorher bei 180 auf der Autobahn war ihm das egal. Und es kam was kommen musste, unser Fahrer Mohammed, sonst ein freundlicher, zurückhaltender und ruhiger Mensch, gibt Gas und schießt mit uns erst einmal den Abhang hinunter den ich nicht mal zu Fuß bewältigen wollte. Wer nun glaubt das schlimmste überstanden zu haben, der irrt gewaltig. Es gibt Dünen die sind bis zu 400 Meter hoch und tief. Die Durchschnittsgeschwindigkeit, mit der unser zum Tier mutierte Mohammed durch den Wüstensand brauste, lag bei ungefähr 120 km/h. Eine Achterbahn mit Todeslooping ist dagegen Pille Palle. Da ich in Physik immer gut aufgepasst hatte, blieben mir einige Fahrmanöver ein Rätsel der Natur. Das ganze dauerte in etwa eine Stunde. Danach gab es noch die Gelegenheit sich mit dem Jeep auf eine riesige Düne bringen zu lassen und mit dem Dune-Ski wieder abwärts zu surfen. Allerdings bin ich mit diesem Gerät sehr ungeschickt und so funktionierte das ganze nicht so toll. Aber Laune macht es allemal. Danach kam dann noch in einem Beduinenlager der Sonnenuntergang, Abendessen, Wasserpfeife und Bauchtanz. Der Sonnenuntergang war Scheiße, das Abendessen Gift, die Wasserpfeife lecker und der Bauchtanz überflüssig. Übrigens sahen wir in diesem Beduinenlager auch das ältere Ehepaar wieder, welches wir beim Start zurückgelassen haben. Beide liefen mit grünen Gesichtern durch das Lager. Scheint so als hätten beide bei der Suche nach einem besseren Fahrer kein Glück gehabt. Tja. Allah ist groß und mächtig. So endete ein toller und lustiger Tag.

Da wir ja nun einmal in den Vereinigten Arabischen Emiraten waren wollten wir natürlich auch Dubai sehen. Abu Dhabi ist zwar die Hauptstadt der V.A.E., aber der Tourismus steckt hier noch in den Kinderschuhen. Dubai dagegen ist wesentlich lebendiger, toleranter und vor allem grüner. Ein Aspekt der in dieser Einöde zunehmend an Bedeutung gewinnt. Allerdings haben die Mümmelmänner in Dubai wie auch in Abu Dhabi und sonst überall überhaupt keinen Geschmack. Wer in diesem Land etwas baut, würfelt den Bauplatz anscheinend aus. So passiert es dann, dass die Gebäude für das europäische Auge nun überhaupt kein bisschen zusammen passen. Alles sieht wie hingeschissen aus. Und ich dachte immer Berlin ist hässlich. Ansonsten gibt es hier Unmengen zu entdecken. Die Dinge haben schon Ihren Reiz wenn man Sie nur einzeln betrachtet. Riesige Einkaufsmärkte von denen allein die Spielzeugabteilung so groß wie unser Dorf ist. Und das hat immerhin 80 Einwohner. Man hat das Gefühl dass es hier einfach alles geben muss. Und so ist es auch. Labile Menschen sollten Ihre Kreditkarte vorher zerschneiden. Die Preise sind moderat. Manche Dinge kosten in etwa nur die Hälfte bis zu einem Drittel dessen was es in Deutschland kostet. Dazu gehören Kleidung, Schuhe, und Sportartikel. Brillen kosten 25% dessen was Sie bei uns kosten. Mit medizinischen Linsen dauert die Anfertigung 1 Tag. Wer mal eine Brille gekauft hat weiß diesen Umstand zu schätzen. Außerdem ist hier Gold sehr billig. Und Dubai weißt den wohl größten Goldmarkt der Welt auf. Die Klunkern hängen hier nur so rum. Genau wie dubiose Uhrenhändler. Einer davon war während unseres Besuches in Dubai unser Begleiter. Ein kleiner fetter Jordanier dessen Namen ich leider nicht mehr weiß. Sein Lieblingssatz lautete „ Kommen sie, Kommen Sie liebe Gäste!“ Was aber keinen Abbruch daran tat das er uns kurz vor seinem Feierabend lautstark zusammengeschissen hat. Eventuell hat sein niederes Gemüt nicht ertragen können das wir seine „total echten Cartier-Uhren“ für schlappe 30 Euro nicht kaufen wollten. Oder das keiner der Mitreisenden den „total billigen“ Goldschmuck von seinem Kumpel dem Belgier kaufen wollte. Aber vielleicht lag es auch daran das niemand Interesse an den preiswerten Gewürzen seines Haus- und Hofhändlers hatte. Abgelehnt wurden außerdem Kaufangebote für Einfamilienhäuser, Firmen und Autos. Ein lustiges Männchen dieser Jordanier der uns den Tag angenehm gestaltete.

Zum Mittagessen sind wir dann in das Burj el Arab. Dem angeblich exklusivsten Hotel der Welt. 7 Sterne sollen es wohl sein. Eines muss ich zugeben. Das Bauwerk selbst ist wirklich imposant. Und sieht man mal von den Preisen ab die für eine Übernachtung gezahlt werden müssen ist dieses Hotel der wirklich beste Platz in Dubai. Geiler Strand, Geiles Essen und sämtliche Sportmöglichkeiten die einem einfallen. Wer diese Exklusivität etwas preiswerter haben möchte sollte im Jumeira Beach Hotel einchecken. Dieses Hotel steht gleich neben dem Burj und bietet das gleiche zu besseren Preisen. Außerdem hat man aus dem des Burj einen fantastischen Blick auf Dubai und den persischen Golf. Neben dem Burj schieben die Mümmelmänner gerade eine riesige Insel ins Meer. Sie soll die Form einer Palme bekommen die sogar vom Mond noch zu sehen sein soll. Darauf bauen Sie dann kleine Hütten von denen jede mindestens eine Million Dollar kostet. Leider sind die Hütten schon alle weg. Aber die Stadt war mir sowieso schon immer zu laut. Die Rückfahrt nach Abu Dhabi war dann eine willkommene Erholung nach einem anstrengenden Tag. Übrigens braucht man in den V.A.E kein Aufblendlicht am Auto. Die Mümmelmänner haben hier jede Straße mit Flutlicht ausgerüstet. Selbst die kleinste Nebenstraße leuchtet taghell. Strom und Sprit sind hier eben billig. So ist das eben, wenn man nur einen Schnorchel in den Dreck pieken muss und schon haste beides. Eines steht jedenfalls fest, wenn irgendwie möglich werden wir von nun an einmal im Jahr nach Dubai fliegen. Von Januar bis März sind hier immer Super Shopping Wochen. Und bei der Kohle die man spart ist das Ticket und eine Woche Sonne mit drin. Wer mit will braucht es nur zu sagen.

Blick auf den Strand von Dubai & Jumeira Beach

 

Mit besten Grüssen

Rücki

» ruecki(at)entdeckungsreisender.de

 

Fotos: Rücki

» ruecki(at)entdeckungsreisender.de

noch mehr Bilder bei:

» Reisebericht Abu Dhabi auf Rueckmann.de

 

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