Berlin-Dakar Tour 2007

Die Chefredaktion hat sich einen Tag vor Abreise noch mal persönlich vom Fahrzeughalter verabschiedet und eine Tourkarte übergeben, damit die wichtigsten Stationen dieser Reise festgehalten werden können. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die AG Basteln (Katya, EvaB, JanaF, Pit) für Idee, Design und Umsetzung.

Und bevor Abschiedstränen übers Gesicht kullern machen wir’s ganz kurz – Gute Reise und viel Spaß. Wir freuen uns, Euch wieder zu sehen.

content by xxlfighter

 

Jens mit Tourkarte
Die Tourkarte
Tourkarte im Detail

Maria und Jens auf dem Weg nach Afrika

Berlin, 24.01.2007
Die geplante Route führt über die Schweiz, Frankreich, Spanien, Marokko, West Sahara und Mauretanien in den Senegal. Auf dem Rückweg wird Portugal noch mitgenommen. Maria spricht fließend Französisch, Jens Spanisch und beide sowieso verhandlungssicheres Englisch. Insofern müssten die Zwei gut durchkommen und miese Touristenfallen sicher umschiffen. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Wagen gepackt und die Reisekasse gebunkert. Abfahrt ist am Donnerstag, 25.01.2007. Erstes Ziel ist Bern. Die Rückkehr ist für Ende April geplant (Zahnarzttermin Maria).

Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit, kein Geld

25.01.2007
Es geht es puenktlich 12 Uhr mittags los. Der erste Schnee des Winters verabschiedet uns. Unser Ziel heisst Dakar - Senegal. 15000 Kilometer mit unserem 14 Jahre altem T4 liegen vor uns. In drei Monaten wollen wir wieder zurueck sein, falls der Schnee bis dahin verschwunden ist. Gegen halb eins verabschieden wir Berlin mit dem Song "Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit kein Geld - unser zu Hause ist die Welt" (Jeans Team), danke Jana fuer die Kassette. Nach Schneesturm und einer bayrischen Polizeikontrolle, die wir Dank Marias Charme unbeschadet ueberstehen, kommen wir gegen Mitternacht in Bern an. Rita und Urs sind nun fuer die folgenden zwei Tage unsere Touristenfuehrer, zeigen uns die Voralpen und das sehr ansehnliche Bern mit einem bemerkenswertem Brunnen des Kinderfressers im Zentrum, dessen genaue Bedeutung uns aber verborgen blieb. Nochmals vielen Dank Rita und Urs auch fuer die koestliche Bewirtung, u. a. gab es eine Einweisung wie echtes schweizer Raclette funktioniert. Ausserdem ist die Schweiz fuer preisbewussten Einkauf von Foto- und Kamerautensilien zu empfehlen, wie Maria herausgefunden hat. Shoppen, shoppen shoppen, ich bin jetzt auch im Besitz einer Digitalkamera, da Marias kleinste der drei ihren Geist aufgab. Ein Musiktipp von Urs ist uebrigens die Gruppe DEADBOLT aus San Diego. Cooler duesterer Surf.

28.01.2007
Wir verlassen die Schweiz und fahren durch das Massiv Central in Frankreich. Noch immer haelt sich der Schnee hartnaeckig. An der hoechsten Bruecke der Welt, Eigenwerbung, wahrscheinlich behaupten das andere auch, in Millau uebernachten wir. Am naechsten Morgen ueberqueren wir die Bruecke. Und sie ist wirklich verdammt hoch, weit ueber 300 Meter. Da stehen ein sechs, sieben Berliner Fernsehtuerme nebeneinander und sind ueber Betonplatten miteinander verbunden. Schoen, schoen.

Carcasonne

Die naechste Anlaufstation ist Carcasonne, Suedfrankreich, dort steht eine riesige Mittelalterburg, fast vollstaendig erhalten. Auch hier ist es noch immer lausekalt. Dann geht es nach Andorra. Marias Augen fangen an zu glaenzen, als ich ihr sage, dass dort Technikkram billig ist. Nach endlosen Serpentinen sind wir auf 2500 Meter. Auch hier ist der Klimawandel zu sehen. Die Sonne waermt und es gibt fast keinen Schnee. Ausser den paar Anfaengern die an einem kleinem Huegel und auf einem erbaermlichen Restschnee ueben, gibt es keine Moeglichkeit auf Ski sich die Beine zu brechen.

31.01.2007
Redaktionsmitglied Fluschi: wir haben versucht, dir eine Geburtstags SMS zu senden, allein, Spaniens Mobilfunk wollte es nicht.

Hurra, hurra - endlich Plusgrade. Wir sind in Spanien. Es regnet und nebelt unaufhoerlich. Ab an den Ebro. Die sprichwoertliche katalanische Unfreundlichkeit wird uns zum Fruehstueck serviert. Blick- und kommentarlos wird der Cafe hingeworfen, aber immerhin bekommen wir diesen. Als wir am Abend auf einen Campingplatz wollen, nachdem Maria zu Recht auf diese Art der Uebernachtung bestand, wir fuhren an etlichen Kontrollen mit Maschinenpistolenpolizisten und Prostituierten vorbei, die uns an der Sicherheit der Strasse zweifeln liessen, kommen wir ohne Begruendung auf den Platz nicht rauf. Wir passten wohl dem Blockwart dort nicht. Also unbeding meiden: Campingplatz Torrevieja. Als unsere Laune zu sinken begann, fanden wir ein lauschiges ruhiges  Plaetzchen neben lauter leisen Campingrentnern direkt neben der Autobahn kurz vor Cartagena (Region Murcia).

01.02.2007
Cartagena ist haesslich, aber es sind fast 20 Grad. Sitzen am Strand und freuen uns.


Am Ebro in Muffelspanien
Bern
Endlich warm
Maria und Jens in Afrika
Strandpicknick
Raclette mit Rita und Urs


content by Jens / pics by Jens und Maria


Sonne, Wind und andere Welten

Der Weg seit dem letzten Eintrag vom 31.01 fuehrte uns fuer die Google Earth Benutzer vom 01.02.2007 bis zum 11.02.2007 ueber Mazarron, Castillo de Banjos, irgendwo hinter Malaga, Tarifa, Wasser, Mohammedina, Safi.

Die Kueste bis zum Suedzipfel Spaniens ist erwartungsgemaess vollgepflastert mit Hotelburgen und Rentnercaravanautos. Trotzdem findet die Bauindustrie noch immer ein Fleckchen wo noch mehr Beton hinpasst. Aber auch der Reisende kann noch manch Oertchen finden, wo weder  die Mahrzahns Andalusiens sind noch die endlosen Plasteplanenflaechen unter denen das Gift reift, dass uns dann in verschiedenen Farben und doch gleichem Geschmack in den Kaufhallen erwartet, sind. Erwaehnt sei hier fuer einen Besuch zu empfehlen - Las Negras, danke FFHB Phillip; fuer den Tipp.

An der Atlantikkueste hinter Tarifa ist dann der Beton im wortwoertlichen Sinne wie weggeblasen. An der sogenannten Costa del Windsurf sind im Februar neben den unzaehligen Surfern nur noch kleine Orte und Berge und Kuehe und viel, viel Fruehlingsgruen, so dass alles mehr nach Schweiz als nach Andalusien ausschaut. Wir stehen fuer einige Tage einfach neben anderen "Hippies" am Strand auf einer Kuhwiese und schauen aufs Meer. Bis uns der Wind und einsetzender Regen doch nervt und wir aus Europa fluechten wollen. Trotz allergroesster fahrrerischer Leitung meinerseits bleiben wir in wadentiefer Kuhscheisse stecken. Nachdem uns einige Tschechen ohne Pivobestechung aus selbiger herauszogen, haben wir ein neues Auto mit Braunfleckenkuhmuster.

An 8.2 wollen wir mit der Faehre von Tarifa nach Tanger uebersetzen, doch die Pfeife von Kapitaen traut sich wegen angeblich schlechten Wetters und trotz meiner Versicherung schwimmen zu koennen nicht. So muessen wir frierend und nass noch einmal die Einkaufsindustrie begluecken und fahren noch mal nach England, dem Wetter huldigend. In Gribraltar ist uebrigens kein Linksverkehr, sonst aber alles wie im Mutterland, alle sprechen Spanisch, es regnet und ueber die Hauptverkehrsstrasse fuehrt die Landebahn des Flughafens, an der die Autos bei Rot warten sollten. Es ist uebrigens im Winter zu empfehlen, Campinggas und aehnliches in der BRD zu besorgen. Hier ist solches erst ab Maerz ueberall erhaeltlich.

Am 9.2 hat auch der Kapitaen keine Angst mehr und wir setzen bei strahlendem Sonnenschein ueber. Wir stehen auf dem Heck, es riecht nach Diesel, neben uns kotzt eine afrikanische Frau ob des Seegangs, wir freuen uns auf das Kommende.

Marokko, Grenze, es dauert, eine Stunde, wir haben Zeit! Nach der Erledigung aller Formalitaeten moechte der Beamte von uns fuer seine Dienste Geld. Maria uebernimmt die Verhandlungsfuehrung. Es dauert wieder. Nachdem Maria dem Beamten sagte, dass wir die Gaeste in diesem Land seien und eigentlich die Geschenke zu erwarten haetten, droht die Stimmung zu kippen, macht sie dann auch, aber zu unseren Gunsten, zornig verlaesst uns schimpfend der unfreundliche Mann und wir passieren. Und das ist bisher die einzig kleine negative Erfahrung in Marokko. Ansonsten sind alle Mensche sehr hoeflich bis, ja, bis zurueckhaltend. Die Fahrt bis zur ersten Uebernachtung in Mohammedina erfolgt auf einer sehr guten Autobahn. Gegen vier halten diverse Autos und LKWs am Strassenrand und die Insassen beten gen Mekka. Am Abend wird uns von der Campingwirtin persoenlich ein typischer Tee, Shiba, serviert. Am naechsten Tag, den 10.2 geht es auf der Landstrasse weiter.  Alles ist flach, gruen und es sieht aus wie in MacPomm. Die Autofahrer fahren auch so, nur die kleinen Kreuze an den Baeumen fehlen und sind auch nicht durch Halbmonde ersetzt. Nach ueber 4000 km sind wir nun an Rabat und Casablanca vorbei und in Safi angekommen. Das Gewuehl in den Medinas, Altstadt, und den Souks, Maerkten, ist noch gewoehnungsbeduerftig aber aeussert spannend, Autos, Kinder, Frauen mit und ohne Kopftuch, Maenner mit und ohne Zipfelmuetze, Staende mit allem, Dieselgeruch, alles kreuz und quer. Und ab und zu ruft der Muezzin.

Das war es. Fotos koennen ersteinmal nicht mehr gesendet werden, da die Verbindungen hier nicht die schnellsten sind. Bis zum naesten Mal aus dem noch weiten Sueden - Maria und Jens   

P.S. Fluschi. tut mir Leid, dass mein Tipp nicht stimmte und ihr kein Gegentor bekommen habt. (Anmerkung des Redakteurs: Hamburg fährt nach langer Durststrecke mit einem 3:0 gg. Dortmund mal wieder einen Bundesligadreier ein. Balsam für alle HSV Fans inklusive Fluschi, der in der Vergangenheit des öfteren miterleben durfte, wie Jens seine Ergebnisvorhersagen für HSV Spiele wahr wurden. Hamburg steht mittlerweile auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt allerdings nur 3 Punkte, was bei noch 13 ausstehenden Spielen zu packen sein müsste. Und vielleicht springt ja sogar noch ein Platz im UI-Cup raus.)

Am Ebro in Muffelspanien
Bern
Endlich warm
Maria und Jens in Afrika
Strandpicknick
Raclette mit Rita und Urs

E-Mail vom 13.2.07

Wir sind mittlerweile schon weiter, kurz vor der Sahara bei Tiznit. Anbei mal ein paar neue Fotos. Bis bald. Goldmarie + Jens

El Jadida
Taria
Tiznit

Kurzbericht vom 22.02.07

mittlerweile haben wir nach unendlichen vielen polizikontollen und einem ueberraschen problemlosen grenzuebertritt die stadt nouadhibou, mauretanien, erreicht.
   
die fahrt durch die westsahara ist, je nach blickwinkel, eintoenig bis abwechlunsreich, wenn mensch die verschiedensten farben von sand und die verschiedensten formen von stein zu wuerdigen weiss oder eben nicht. jede stadt oder jede ansammlung von hauesern wird am aus- und eingang von kontrollen unterbrochen, an denen diverse formulare auszufuellen sind. nichtstestotrotz haben wir bisher alles gut ueberstanden, den zweitaegigen sandstrurm direkt in einem wuestecamp am atlantik sowie das verfahren im niemandsland zwischen marokko und mauretanien, wo es viele wege aber keine richtigen strassen und keine wegweiser gibt, ist eben niemandsland, natuelich sind wir genau dort auch im sand stecken geblieben, wurden aber von franzosen wieder herausgezogen und sind nun wohlgelaunt in mauretanien. ausfeuhrlicheres gibt es dann demnaechst wieder.

m+j

Aus der Hauptstadt von Wind und Sand - Nouakchott

Wüste mit Camp in Dakhla

Mail vom 26.02.07

die tourdaten seit safi: 13.2 - agadir; aglou, tan tan,boujdour, dahklar,nouadhibou, nouakchott - 26.2
   
wie zu erwarten ist agadir nur aus einem grund anzusteuern - mensch moechte nochmal eine flasche wein kaufen, ansonsten ist es eine touristenbettenburg. von dort aus geht es immer weiter am meer entlang. noch immer verfolgen uns, oder wir sie, die rentnerkaravane mit ihren riesen autos. in tan tan port bin ich das erste mal gezwungen aus freundlichkeit meinen prinzipien untreu zu werden - wir essen mit zwei waechtern mitten auf der strasse meeresfruechte.  
je nach sichtweise, verlassen wir oder eben auch nicht, am 16.2 marokko und fahren in die westsahara, wie ueberall, sind auch hier an jedem ortsein- und ausgang polizeikontrollen, nur wollen sie hier kleine geschenke, da wir keinen alkohol haben, geben sie sich mit den von uns zollfrei gekauften zigaretten zufrieden, sind auch ansonsten meist freundlich. die staedte layoune und boujdour sollte der reisende meiden, es sei denn, er liebt militaer.
in dakhlar, der letzten stadt der westsahara, sitzen wir zwei tage im sandsturm bei wunderschoenen blick auf wueste und meer und allen moeglichen farbkominationen. es folgen zwei weitere tage mit normalen wind und ich gehe das erste mal baden. ausserdem verabschieden wir leise weinend unseren katalysator. es gibt kein bleifreies benzin mehr.
am 21.2 verlassen wir problemlos die westsahara und kommen ins niemandsland - wow, keine regierung, keine gesetze, keine strassenschilder, wir verfahren uns und stecken schliesslich im sand fest, werden aber von franzosen gerettet, die uns rausziehen und die sich nicht wie wir auf einer kurzreise befinden, sondern fuenf jahre unterwegs sein wollen.
die grenze zu mauretanien besteht eigentlich nur aus ein paar bretterbuden, sieht aus wie in einem western, auch hier laeuft, trotz aller vorhersagen, alles problemlos. lediglich eine versicherung fuers auto ist abzuschliessen.
in mauretanien ist wahlkampf, neben dem muezzin sind in nouahdibou ueberall bis in die nacht laute wahlkampfreden zu hoeren. wir bleiben laenger als geplant, vier tage, auch deshalb, damit ich meine ausbildung zum automechaniker beginnen kann. dank der unterstuetzung unseres nachbarn knud aus pforzheim, ist die analyse des problems schnell abgeschlossen, wir brauchen neue gelenkschutzgummies, ein lokaler experte wechselt diese zu einem bruchteil der kosten. so soll dieser gummie bei uns 87 euro kosten, hier drei. da wir hier auch eine hupe wieder benoetigen, die lezte hat wohl den sand nicht vertragen, und ich jetzt auch weiss, wo diese sich befindet - yeah - es hupt wieder, wir sind jetzt die experten und werden torsten konkurenz machen
schliesslich fahren wir 23.2 weiter durch duenen, an kamelherden vorbei in die hauptstadt von wind und sand - nouakchott. hier ist der himmel oft von sandstuermen verhangen, sonst aber wunderschoen. doch auch hier bleiben wir laenger als geplant. ueberhaupt ist, anders als erwartet, mauretanien eine reise wert. natuerlich ist nicht alles nur schoen, so waren wir am sehenswerten fischereihafen und sahen die boote, mit denen die menschen versuchen auf die kanaren, nach europa, zu gelangen. diese boote sind vielleicht fuer 20 personen geeignet, aber ueber hundert werden darauf fuer viel geld "verlanden" und nicht alle kommen lebend in die festung europa.
das ist der momentane stand der reise, morgen soll es dann auf die naechste etappe gen senegal gehen,

liebe gruesse von jens und maria

Fischereihafen Nouakchott
typischer Kontrollpunkt in Mauretanien
Wind

Müll, Glasperlen, Grenzerfahrungen - Dakar

Am Senegal

Mail vom 06.03.2007

Tourdaten: Nouakchott, St-Louis (Senegal), Dakar
   
Am 27.2 verlassen wir voller Groll unsere Auberge Sahara in Nouakchott, weil sie uns dort fuer ein 10 minutiges Telefongespraech ins deutsche Festnetz 30 Euro abknoepften. Normal sind in etwa 50 Cent die Minute. Zudem sind sie dort unfreundlich und sagten uns, dass wenn der Gast sich nicht wohl fuehlt, es sein Problem sei, leider lag kein "Der Gast hat das Wort" Buch aus . Also sollte sich der geneigte Besucher nicht von den angenehmen Auesserlichkeiten dieser Herberge taueschen lassen.
Ausserhalb Nouakchott erwartet uns ein imposanter Sandsturm mit Sichtweiten unter 50 Meter, alles sieht weiss wie eine Schneelandschaft aus. Selbst die Stassenkontroleure haben keine Lust und lassen uns unbehelligt. Um Nouakchott herum liegen gewaltige Muelllandschaften der westlichen Verpackungsmuellindustrie. Das geht kilometerweit. Sieht schoen bunt aus zwischen dem ganzen Sand, mittendrin stehen Esel und Ziegen; und das alles hat auch sonst sicher einen grossen Vorteil, dass wir, die Westwelt, den Einheimischen, nachdem diese ihre herkoemlichen verrottbaren  Verpackugen aufgegeben haben, vorwerfen koennen, nicht mit dem Problem umgehen zu koennen, wir aber gegen die Rechte, das gefundene Erdoel nutzen zu koennen, ihnen eine Muellverbrennungsanlage auf Kredit hinstellen wuerden. Ist doch nett.
Es geht weiter Richtung Sueden. Nach Wochen des Sandes pressen sich nun die ersten Baueme und Marias geliebte Baobabs durch den Sand.  
Durch die vielerlei Warnungen sind wir auf den Grenzuebergang Rosso vorbereitet, den wir eigenlich meiden wollen, um ueber den Damm bei Diama den Senegal zu erreichen. Aber mitten in der Stadt werden wir angehalten und ein Polizist verlangt von und den Abschluss einer Versicherung ueber 160 Euro, es beginnt eine einstuendige Diskussion ueber Sinn und Unsinn seiner Vorderungen, in Folge derer der Preis auf 40 Ero gesenkt wird. Eine Weiterfahrt wird mit dem Zeigen seiner Autoritaet verweigert, es ist nicht moeglich, wenn er es sagt, denn er ist Polizist und somit die Wahrheit. Daraufhin antwortet Maria, er sage sicherlich die Wahrheit, aber davon gebe es doch immer mehrere. Es wird gelacht, die Versicherung gestrichen und dafuer eine  Beratungsgebuehr von 20 Euro erhoben. Auch diese verweigern wir. Schliesslich gibt er sich mit drei Flaschen Parfuem zufrieden.
Die Fahrt am Fluss Senegal geht durch ein Natuschutzgebiet ueber Schotterpiste, Loecher und einer Vielzahl an Voegeln vorbei. Nach einer Zahlung in Hoehe eines T-Shirts kommen wir an der Grenze an. Alles geht langsam, aber korrekt, am Zoll muessen wir erst ein Elfmeterschiessen mit den Beamten im Fernsehen zu Ende betrachten, ehe wir unsere Stempel bekommen. Es folgt der senegalesiche Uebergang. Hier helfen die Brocken Wolof, die Maria lernte, um alle Formalitaeten zu beschleunigen und dass sie von allen geheiratet werden moechte.
   
Wir sind im Senegal und fahren nach St-Louis. Vier Tage entspannen unter Palmen am Fluss Senegal und endlich wieder Bier. Alle wollen uns zwar die Glasperlen wiederverkaufen, die die Europaer vor 300 Jahren hierherbrachten, um diesen Kontinent auszubeutet, einer wollte von uns ein Auto aus Europa gesendet und geschenkt bekommen, aber alle sind freundlich.
   
Am 3.3 geht es auf die Etappe Dakar.  Die Konrollen koennen in ganz Senegal bisher durch die Fragen "Wie gehts? Was macht die Familie?" usw.usf und das alles auf Wolof abgekuerzt werden. Aber den Moloch Dakar zu erreichen ist ein mehrstuendiges Abenteuer. So beginnt die Stadt einfach ohne Hinweis, so dass es kein Foto gibt - angekommen. Desweiteren gibt es keinerlei Ausschilderungen. Wir verirren uns hoffnungslos im Gewimmel. Ueber fuenf Stunden versuchen wir einen Campingplatz zu finden. Rechts, links, zurueck und das alles im Schritttempo weil hier der oeffentliche Nahverkehr keine Probleme loest sondern schafft - die tausenden Kleinbusse halten in den engen Gassen alle zehn Meter, dazwischen hunderte Taxis, Eselskarren und wir, laufen waere fuer alle schneller. Schliesslich geben wir auf, fahren ins Zentrum und nehmen ein Hotelzimmer im 13. Stock mit Blick ueber - DAKAR -
Wir sind erschoepft aber gluecklich. WIR SIND ANGEKOMMEN.
Am naechsten Tag begruesst mich Afrika richtig. Ich habe das Magenprobmem der Verfluessigung.

Maria mit Timbu
Über Dakar
Wegbegleiter

Reggae, Reggae, Reggae

Mail vom 03.04.2007

da sind wir wieder, jetzt gibt es auch wieder ausreichend strom + internet.
die tourdaten, tage und wochen koennen wir nicht mehr benennen.
Dakar - Banjul (Gambia) - Kafountine (Casamance) - Touba - St. Louis

Dix und Dabo

Jetzt sind wir auf dem Rueckweg in die andere Welt. Dort wo wir die letzten Wochen, in Kafountine, ganz im Sueden des Senegals, verbrachten, ist schon eine Gluehlampe, ein Brunnen und ein Plumsclo Luxus. Dafuer gibt es Alkohol gratis von der Palme. Morgens in den Wald, auf die Palme geklettert, Saft gemolken, mittag ist dieser dann Wein, abends Schnaps und am naechsten Tag nur noch was fuer echte Maenner, also praktisch ungeniessbar. Auch ansonsten war es eine anstrengende Zeit dort, ich brauch jetzt Urlaub, fast jeden Tag gab es Party mit Trommelmusik und Reggae, Reggae, Raeggae und mit allem, was dazu gehoert. Gewohnt haben wir mitten im Wald bei Andi + Frieda + Emma, Danke schoen nochmals, die dort Zeit ein paar Jahren wohnen und uns in das Leben einfuehrten - Rastafarei - Ausfluege mit Piroggenbooten auf kleine Inseln organisierten, uns mit diversen Leuten dort bekannt machten (wie die auf dem Foto zu sehenden Dix und Dabo), mich zum angeln ueberredeten etc., das alles ist jetzt zuviel, um es zu beschreiben.

Und Uebermorgen geht es nach Mauretanien.

Liebe Gruesse Maria + Jens
» jens(at)entdeckungsreisender.de

 

Angeln
Auswärtsspiel Traktor Yolanda
Kafountine
Unser Gastgeberhaus

Leserkommentare

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Jana Baumi aus Sophienhof
  Tuesday, 03-04-07 15:51
Hallo jetzt hab ichs auch endlich mal geschafft mich mit dieser neuen technik zu beschäftigen, ist ja ganz schön viel text....
wann seid ihr denn wieder im lande? ehrlich gesagt ich hab noch nicht alles gelesen. habt viel spass und bis bald . ostereier im wüstensand???
bringt mal ordentlich olivenoel mit.!
hier ist bereits auch sommer und gute laune.
janchen

Spider
  Sunday, 18-03-07 21:43
Bin ganz neidisch - nicht auf Jens´ Verdauungsproblem, aber auf überhaupt. Berlin=Winter. Andere Reisende klagen ja häufig über die Zeitverschiebung, aber ihr habt ja eine Temperaturverschiebung. Na, ich trinke jetze mal ein Bier auf euch, ihr könnt ja ein Bier auf uns trinken. Gruß von Sabinchen (Atari schnarcht gerade)

Alexander aus Berlin
  Friday, 09-03-07 21:10
Hey Ihr Beiden!... nun muss ich ja doch mal! :) Nachdem ich Eure Abschiebsparty haben passieren lassen müssen, schaue ich neuGIERIG immer mal wieder hier vorbei. Eure Erlebnisse... man man man... aber ein wenig neidisch macht mich das ja schon! Wie es scheint habt Ihr ja dann bald den Umkehrpunkt erreicht - im übrigen: Dakar liegt auf 17°26' westlicher Länge und 14°40' nördlicher Breite. Ich hab mir Eure Route eben mal bei google earth angeschaut - Repekt! Kommt heile wieder. Jebo! (afrikanischer Gruß) A.

heinz aus Bonn
  Friday, 09-03-07 09:09
vielen Dank, Ihr wüstenfüchse, für die anschaulichen Berichte. Ich hatte kurzfristig ein paar Sorgen, weil längere Zeit nichts zu hören war von Euch, nur dass Jens eben mit den meist üblichen Verdauungsproblemen zu kämpfen hatte. Das scheint zum Glück überwunden. Wasser und Salz im gepäck! Ich hatte auch immer einen Ricard/Pastis (ein Glas unverdünnt) wirkt sehr aufräumend - manchmal. Auf jeden Fall wärmt es und wirkt wie eine heiße Dusche - kühlend.

Ich freue mich mit Euch über die vielen Eindrücke aus dieser afrikanischen Welt und sehe für mich die Hoffnungen schwinden, dass ich die Resttage meines Berufslebens andernorts verbringen darf als in Bonn... Aber wer weiß, wie alles kommen wird. Jetzt kommt erst mal gut weiter! da Ihr ja wie ein Parfümladen ausgerüstet zu sein scheint, sollten Euch die Zoll/Gebühren-Gaben leicht fallen. Und techniker werdet Ihr unterwegs auch noch - eine perfekte Bildungsreise. ich glaub, mich streift ein Bus!

Alles gute Euch - am Wochenende versuche ich mal wieder Telefonkontakt!!!

Heinz

Sabine Mörsel aus Berlin
  Tuesday, 27-02-07 15:32
Hab ich es doch noch auf Eure Seite geschafft - sehr schön. So seit Ihr zwei ja nicht ganz so weit weg. Aber ob der Bilder werde ich richtig neidisch...;o) - Gruß auch von Spider (auch neidisch) und Atari (hat noch keine Ahnung, was ihm entgeht)