Dubai 2005

20.04.2005

„Emirates Airlines“ ist eine der besten Fluggesellschaften mit denen ich bisher geflogen bin. Es hat sich rausgestellt, dass sie sogar preiswerter waren als andere Fluggesellschaften, mit denen ich nach Sanaa im Jemen hätte fliegen können. Die Vorbereitungen waren unglaublich stressig, es war sehr schwierig ein Hotel für die Übernachtung in Dubai zu finden und dann alle Buchungen fertig zu bekommen. Das eigentliche Reiseziel ist Sanaa im Jemen.

Der Abflug von Emirates Airlines aus Deutschland war irgendwann morgens, Zwischenlandung in Dubai um Mitternacht. Der erste Anschlußflug wäre 6 Std. später gegangen, das habe ich jedoch abgelehnt, weil ich mich ausschlafen wollte. Lange Flüge sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn ich die ganze Zeit dösen kann, bin ich danach nicht erholt, wenn dann auch noch eine halbe Nacht auf dem Flughafen dazu kommt, wird´s nicht besser. Naja, zum Glück konnte ich in einem Hotel schlafen (Holiday Inn).

Ein Taxi erwartete mich am Ausgang des riesigen Dubai’er Flughafens. Es war warm aber nicht umwerfend. Ich hatte mich auf einen wesentlich stärkeren Schock eingestellt. In Dubai ist alles klimatisiert, die Gebäude, die Taxen, normale Autos, Kinos und Einkaufszentren. Man merkt überhaupt nicht, dass man in der Wüste ist.

So, jetzt aber erstmal ins Hotel. 4 Sterne,… schön,… Ich stehe vor meiner Zimmertür und als ich eintrete und mich umschaue habe ich das Gefühl mich tritt ein Pferd. Ein riesiges Zimmer, ein riesiges Bad und alles mit edlem Holz getäfelt. „Na“, denke ich, „wenn daß im Sheraton in Sanaa 5 Sterne sind, was wird mich dort erwarten?“

Hotelzimmer

Am nächsten Morgen habe ich dann einen Rundgang gestartet. Als erstes bin ich zum Clock- Tower, von dem ich damals noch nicht wußte, dass es ein sehr bekannter Platz ist. Ich konnte von dort die zwei Türme der Emirates Towers sehen und wollte dorthin laufen. Ich habe die Distanz definitiv unterschätzt und trotzdem es bewölkt war, war es dennoch sehr warm. Wenn die Sonne kurz durch kam, hatte ich Angst mir einen Sonnenbrand einzufangen.

Dubai ist eine einzige große Baustelle. Überall wird gebaut. Verlaufen habe ich mich auch. Ich bin in irgendeinem Krankenhaus gelandet… Naja, ich habe mich dann auf den Rückweg gemacht und bin dann am Creek entlanggelaufen. Dort habe ich was gegessen, was? weiß ich nicht so genau… Zum Spazieren gehen ist Dubai definitiv nichts. Es hat keinen wirklichen Spaß gemacht. Nach dem Essen habe ich mich, so wie es von meinem Reiseführer empfohlen wurde, auf eine Rundfahrt auf dem Creek eingelassen. Im Nachhinein mußte ich feststellen, dass ich viel zuviel dafür bezahlt habe.

Zurück am Ufer geht´s entlang der Promenade, bis ich auf einmal in eine Sackgasse gerate – zumindest sah es auf den ersten Blick so aus – doch dann hat sich eine unverhoffte Gasse aufgetan.

Komische Vögel gibt es hier…

…und geregnet hat es an diesem Tag obendrein.
Sehr viel später habe ich erst mitbekommen, was für ein seltenes Ereignis Regen in Dubai ist. Irgendwer sagte, es habe seit 7 Jahren nicht mehr geregnet. In der Sahara bei Tunesien hat es ebenfalls geregnet, als ich da war. Und in Sanaa im Jemen auch. Vielleicht sollte ich als Regenmacher in die Länder reisen?

;-)

Rundfahrt auf dem Creek
unverhoffte Gasse
Komische Vögel

15.05.2005

Ich mußte für ein paar Tage nach Berlin und hatte dabei noch mal die Gelegenheit in Dubai einen Zwischenstopp einzulegen. Leider sind mir sehr viele Fotos aus eigener Blödheit von diesem Zwischenstopp verloren gegangen.

Diesmal hatte ich zwei Tage Aufenthalt in Dubai. So konnte ich ein paar Touren planen. Auf einer meiner Touren ging es abends zu einem „Sundowner“ in die Wüste. Wir sind mit Jeeps über die Dünen gefahren, bis mir schlecht wurde. Die Dinger wackeln hin und her. Auf dem Gipfel einer Düne angekommen ließ sich der Fahrer nicht davon abbringen, seitwärts rutschend und vorwärts fahrend den Abhang mit einer rasanten Kurve zu beenden.

Am nächsten Tag ging es in den nahe gelegenen Oman in die Berge. An der Sheikh Said Road haben wir noch ein paar US- Amerikaner abgeholt. Auf der Fahrt wurde mir erst richtig klar, daß Dubai definitiv in der Wüste liegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Meer direkt vor der Haustür ist. Die Beduinen haben etwas außerhalb von Dubai ihre eigenen kleinen Siedlungen. Der Reiseführer sagte, daß die Beduinen immer noch am liebsten weit weg von der Zivilisation leben, aber nicht auf Klimaanlagen und Satelliten- Schüsseln verzichten.

Es geht vorbei an Kamelen und Sanddünen, bis wir in die Ausläufer des omanitischen Gebirges kommen. Die Felsen ragen wie schwarze Glassplitter nach oben. Die Berge sehen schon sehr merkwürdig aus. Es ist auch kein Grün zu sehen.

Unser erster Stopp ist in einer Oase. Wir werden dort freundlich von den Bauern empfangen. Es ist wirklich eine kleine Oase inmitten der gespenstischen Felsenlandschaft. Davor tummeln sich ein paar Ziegen. Es gibt einen kleinen Brunnen mit Wasser, an dem sich ein paar Vögel und Insekten satt trinken. Hier wachsen Palmen und anderes Grünzeug.

Weiter geht es durch die zerklüftete Landschaft, zu einem fast trockenen Flußbett. Jetzt wird es auch insgesamt etwas grüner. Hier und da wachsen schon ein paar Pflanzen. Es ist sehr heiß draußen, aber im klimatisierten Van läßt es sich aushalten.
Wir kommen an eine Art Lagunen- Landschaft. Das Wasser ist unglaublich blau und schimmert zwischen den Felsen hindurch. Da baden - was für ein Zufall – deutsche Touristen. Mit Badehose hätte ich mich zur Abkühlung ebenfalls ins Wasser gestürzt, statt dessen sind wir etwas weiter gefahren und haben ein Picknick eingenommen.

Der nächste Stopp führt uns zur „Wasserburg“.

In der Wasserburg hatten wir noch mal die Gelegenheit uns die Füße ein wenig zu vertreten. Es gab einige Gebäude zu besichtigen und im Hintergrund waren ein paar kleinere, bunte Berge zu sehen. Es ist erstaunlich, wie viele Farben Sand haben kann. Mit der Zeit lernt man in solchen Gegenden unterschiedliche Geröllsorten voneinander zu unterscheiden.

Eine der Hauptfragen, die immer wieder gestellt wird ist: „Wie und wovon leben die Menschen in so einer Gegend?“

Tja, diese Frage habe ich mir auch oft gestellt, aber irgendwie leben die Menschen schon. Was definitiv klar ist, wo kein Wasser ist, ist kein Leben. Auch in der Wüste sind Menschen oder Tiere nur da anzutreffen, wo sich auch irgendwie Wasser finden läßt. Heutzutage hat sich ja zudem noch die Infrastruktur deutlich verbessert und zusätzlich kann auch noch der Tourismus als Erwerbsquelle herangezogen werden. Der Oman, die Emirate und Saudi Arabien sind jedoch nicht darauf angewiesen. In diesen Ländern gibt es Öl. Der Islam rät den Menschen auch ihren Reichtum zu teilen. Die Regierung der arabischen Emirate tut dies auch. So wird ein Teil des aus Öl gewonnenen Gewinns an die Ureinwohner des Landes, an die Beduinen ausgeschüttet.

zerklüftete Landschaft
Wasserburg
Sheikh Said Road

Es geht zurück in das futuristisch anmutende Dubai. Die Sheikh Said Road mit ihren Wolkenkratzern präsentiert sich im Licht der untergehenden Sonne und bietet dabei einen atemberaubenden Anblick. Die Sonne glitzert an den Glasfassaden und wird hin und her reflektiert.

Zurück am Hotel wollte ich noch eine kleine Rundfahrt auf dem Intercontinental- Schiff machen, um dort zu Abend zu essen. Leider mußte ich noch etwas länger warten.

Ich laufe nichts ahnend am Hafen entlang und plötzlich bückt sich hinter mir ein kleiner, etwas dicklicher Mann und hebt irgend etwas auf. Der Mann blickt nervös um sich und zeigt mir ein Bündel Dollarnoten. Er tut so, als würde er sie mir zeigen, weil er davon ausgeht, ich hätte sowieso gesehen, was er aufgehoben hatte. Der Mann bittet mich darum ruhig zu sein, weil die indischen Hafenarbeiter sonst Rabatz machen würden. Ich denke mir: „daß ist deine Entscheidung“ und bin ruhig. Es stellt sich heraus, daß der Mann Russe ist und wir kommen ins Gespräch, nicht richtig, sondern eher mit Händen und Füssen. Er sagt, er würde mir einen Wodka ausgeben. Darauf ließ ich mich ein. Wir gingen also ein Stück bis wir auf einem Parkplatz angekommen sind. Hier wollte der Russe sein gefundenes Geld zählen, als wir von einem schlaksigen Inder angesprochen werden. Der Inder trug lockere, luftige Kleidung und behauptet, er hätte ein Bündel Geld verloren. Der Russe zückt unverzüglich seine Brieftasche und zeigt dem Inder den Inhalt. Nichtsahnend und in vollem Vertrauen tue ich es ihm gleich. Tja, so wurde ich 50€ los…
Am Ende stand ich da und mußte erstmal allerhand sortieren. Vielleicht rettet mir diese Lektion irgendwann einmal das Leben. Ich neige ja dazu Menschen sehr schnell zu vertrauen. Das möchte ich auch nicht verlieren. Ich gehe immer davon aus, wenn ich nett zu den Leuten bin, dann sind die auch nett zu mir. Eine gewisse Vorsicht ist dennoch angebracht.

Damit geht auch dieser Tag zu Ende, am nächsten Morgen geht es weiter nach Sanaa.

11.06.2005

Der letzte Aufenthalt in Dubai ist ganz dem Prunk und Protz der Stadt gewidmet. Auf meiner Rückreise aus dem Jemen nach Berlin konnte ich noch mal einen Tag in Dubai verbringen. Adam Heygi hat mich nach Dubai begleitet. Er wollte sich eine Impfung abholen, die er im Jemen nicht bekommen konnte. Abends wollte ich mit ihm noch ins Kino. Leider war er total erschöpft und irgendwie krank. Da mußte ich mir Episode III alleine angucken. Der Film hat mir in der unwirklichen Kulisse von Dubai gut gefallen. Dubai ist ein gutes Abbild von „Corrusant“…

Die Impfung von Adam hat mich jedenfalls noch mal zur Shaikh Said Road geführt, wo ich dann auch ein paar Fotos von den beeindruckenden Glasfassaden und den Emirates Towers machen konnte. Ich habe auch die Gelegenheit wahrgenommen einmal ganz nach oben zu fahren und nach unten zu schauen.

Danach ging es dann in das Carrefour Pleyel, das riesige Einkaufszentrum in Dubai. Vorbei an den Goldauslagen, den Uhrenläden und Diamanten- Shops zum Kino. Hier und da ein Stopp und ein kleiner Rundgang in einem Elektronik- Laden…

Emirates Towers
Ikea - arabisch
Glasfassade

Euer Usko

» usko(at)entdeckungsreisender.de

 

 

Fotos: Usko

» usko(at)entdeckungsreisender.de

 

Kommentare

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ada

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Friday, 07-07-06 18:30
Hejj Usko!
Hab ein paar fragen an dich den in kurzem fahren ich und meine familie nach dubai und da wollte ich paar infos.Wie teuer sind da denn die lebensmittel wie z.B (Mineralwasser,snaks ,brot,säfte und mehr)kannst du mir vielleicht die infos schicken wär die total dankbar.Also bis dann kannst ja dann auch andere tipp schicken =)))danke

Pit
  Friday, 24-03-06 11:02
Usko, Du bist ein Vorbild für alle Entdeckungsreisenden - Immer auf Achse und auf die Lieferung von frischem Content kann man sich jederzeit verlassen. Grundsätzlich mal ein dickes Lob für Dein Engagement. Die Chefredaktion

Bert

bert(at)entdeckungsreisender.de

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Thursday, 23-03-06 19:50
Hey Usko, das mit der Abzocke auf offener Strasse war ja ärgerlich, bist zum Glück nur mit einem Schrecken und 50 Euro weniger davongekommen. Schöner Beitrag, weiter so :-)

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