Malediven Kurztrip

Die Reise begann ab Düsseldorf. Nur von dort fliegt die LTU dreimal pro Woche nonstop nach Male. Male ist die Hauptstadt der Malediven. Alle anderen Flugrouten haben meistens in Dubai eine Zwischenlandung. Die Flugdauer beträgt 9 Stunden auf dem Hinflug und 10 Stunden auf dem Rückflug. Düsseldorf ist ebenfalls bestens zu erreichen. Ein ICE fährt fast jede Stunde von Berlin nach Düsseldorf/Flughafen. Selbst das Gepäck für den Flug kann man schon im Zug aufgeben. Also eine feine Sache, da man innerhalb von 4 Stunden stressfrei zum Flieger kommt.

Dann der Flug. Sackgang wie immer. Aber 9 Stunden sind immer noch zu ertragen. Außerdem lockt der Gedanke, dass beim Aussteigen der Sommer wieder da ist. Und so erträgt man sogar den Schweinefraß mit einem Lächeln. Kurz vor der Landung lohnt dann schon mal der erste Blick aus dem Fenster. Es sieht aus, als hätte irgendwer willkürlich kleine Punkte in den riesigen Ozean gemalt. Das sind die Malediven. 1200 einzelne Inseln. Von denen sind 90 für Touristen bebaut und zugänglich. Der Rest darf unter Androhung von Strafe nicht besucht werden. Die Landung auf den Inseln kommt auch einem Aha-Erlebnis gleich. Wirkt der Flughafen doch eher wie ein großer Flugzeugträger mitten im Meer als wie ein Flugplatz.

Nach der Landung fetzt man mit Wonne sich die Klamotten vom Leibe. 80% Luftfeuchtigkeit treiben einem sonst innerhalb einer halben Stunde sämtliche Flüssigkeitsreserven aus dem Körper. Hat man seine Sommersachen erst mal gefunden ist das Klima der Malediven traumhaft. Das ganze Jahr über 30° und ein leichter Wind vom Meer lassen jeden Körper in sofortige Regeneration treten.

Der Transfer zu "seiner Insel" erfolgt, je nach Entfernung, entweder mit dem Dhoni (einem langsamen Motorboot), dem Speedboot oder dem Wasserflugzeug. Bei schönem Wetter ist jedes der Transportmittel zu empfehlen. Beim Dhoni ist die Chance, Delphine zu sehen, riesengroß. Beim Speedboot sind fliegende Fische die häufigen Begleiter. Und das Wasserflugzeug zu nehmen ist sowieso supergeil in dieser Landschaft. Wie gesagt, bei schönem Wetter. Sollte allerdings etwas Wind aufkommen, und nur dieser ist als schlechtes Wetter zu verstehen, ist einzig und allein das Wasserflugzeug zu empfehlen. Im Dhoni reihert man sich sonst die Seele aus dem Leib und im Speedboot bricht man sich das Rückgrat.

Unsere Insel haben wir auf dem Hinweg nach ca. 2stündiger Fahrt mit dem Speedboot erreicht. Der erste Anblick war dann schon was ganz besonderes. Eine Trauminsel so mitten im Ozean mit Palmen und türkisfarbenen Stränden. Klischee eben. Die Insel war ca. 30 Meter breit und 1,7 Kilometer lang. Wenn man gewollt hätte, wäre man in 45 Minuten einmal die Runde rum gewesen. Aber wer will das schon? Es gibt allerdings auch Inseln, die sind 100 Meter breit und 100 Meter lang. Das wäre mir wahrscheinlich dann auch etwas zu übersichtlich. Ein kleiner Tipp noch für die Anreise. Die kleinen Erfrischungstücher die einem gereicht werden sollte man auf keinen Fall ablehnen. Wer einmal seine Nase dort drinnen geparkt hatte wird süchtig nach diesem Zeug.

Die Unterkünfte sind in der Regel einfach aber super sauber. Das Beste sind die Bäder. Einfach unter freiem Himmel mit´ner Mauer drumrum. Für laute Stuhlgänger eventuell etwas gewöhnungsbedürftig. Aber das Duschen kommt auf diese Weise voll gut. Auf den Malediven wird überall Sand gestreut. Es gibt hier also kaum Fußböden. Gerademal in den Schlafräumen der Bungalows sind Fliesen. Der Sand besteht dabei auch nur klein gemahlenen Korallen, dem Hauptbestandteil der Inseln. Also barfuss gehen ist angesagt. Ansonsten ist über die Ausstattung und Einrichtung der einzelnen Inseln nicht viel zu sagen. Das Essen in den Restaurants ist eine Mischung aus indischer und europäischer Küche. Schmeckt supergut und wird fantastisch dargereicht. Getränke jeder Art müssen von weit herbeigeschafft werden. Aus diesem Grund ist alles sehr teuer. Ein Bier 0,3 Liter ca.7 Dollar. In der Woche kann man so locker auf 300 bis 400 Dollar nur für Getränke kommen. Das Wasser in den Zimmern hat Trinkwasserqualität. Besser ist es dennoch, Mineralwasser aus der Flasche zum Trinken zu nehmen. Auch sollte das Essen, wenn möglich, schon in Deutschland gebucht werden. Die Maledivianer haben zwar eine geile Küche aber die kostet eben. Fisch im Restaurant ist am billigsten und beginnt so ab 30 Dollar/Essen.

Noch eine kleine Lebensweisheit mit auf den Weg:

Unbekannte Gerichte und Gewürze sind gut gegen dicken Stuhlgang!

Die Insel

Ansonsten braucht man auf den Inseln nicht viel. Badehose oder Bikini weil FKK ist verboten. Wegen Islam und so. Sehen die Touri-Maledivianer aber nicht ganz so eng. Was braucht man noch. Eine ganze Menge Sonnencreme! Blocker 30+ ist nicht schlecht. So kann man den ganzen Tag im 28° warmen Wasser liegen ohne den Cocon zu verlieren.

Ansonsten gilt wieder die alte Bauernregel:

Viel Sonne ist gut gegen überflüssige Haut!

Das Wasser ist total geil auf den Malediven. Jede Insel ist von einem Korallenriff umgeben. An diesem brechen sich die Wellen. So hat man keine Probleme mit aufgewühltem Sand in Strandnähe. Das Wasser ist dadurch glasklar. Man kann unter Wasser fast 30 Meter weit sehen. Etwas Besseres habe ich noch nie gesehen. Innerhalb des Riffs liegt eine stechend blau-türkisfarbene Lagune. Und in der geht man dann meistens Baden oder Schnorcheln. Die Artenvielfalt ist auch hier schon enorm. Vom Hai bis zum Stachelrochen ist hier alles dabei. Und das Beste man braucht sich vor keinem dieser Tiere zu fürchten. Alle durch die Bank sind harmlos. Man sollte sich aber davor hüten unbekannte Fische oder ähnliches anzufassen. Sonst kommt man eventuell ohne Daumen aus dem Urlaub zurück. So könnte die Bowlingkarriere schnell ruiniert sein. Sonst findet man auf den Inseln noch die Möglichkeiten zum Wasserski fahren, Katamaransegeln und Motorboot rumgurken oder Wakeboarden mit Keitsegel. Alles in allem saumäßig teuer. Besser ist es auf den Malediven den Kopf unter Wasser zu stecken. Schließlich gehören die Malediven zu den schönsten Tauchrevieren der Welt. Das Dekotauchen ist hier untersagt. Das heißt also tiefer als 30 Meter geht es sowieso nicht. Der Tauchgang lohnt sich allemal ist aber auch teuer. 3 Fahrten 300 Dollar. Wer einen Tauchschein machen möchte ist mit ca. 500 Dollar ohne Prüfungsgebühr dabei. Das geht sicher an anderen Orten billiger. Ist aber auch nirgends so schön wie hier. Man muss also selbst abwägen was einem ansteht. Zu den Highlights gehören zweifelsohne die Begegnungen mit den riesigen Mantarochen und dem Walhai. Letzterer ist ca. 15 Meter lang und als Planktonfresser ein absolut gutmütiges Tier. Der größte Fisch in dieser Welt. Dieses Tier zu sehen ist in der Welt der Taucher das absolute Erlebnis. Dem entsprechend selten sind Begegnungen dieser Art. Die Mantarochen hingegen sind immer zu erleben und nicht minder imposant. Das beste Erlebnis dieser Art passiert weit draußen auf dem Meer. Dabei steigen die Mantarochen den Tauchern aus ca. 40 Metern Tiefe entgegen. Bei 5 bis 8 Metern Spannweite pro Tier ein Eindruck den der eine oder andere "Hardcoretaucher" dann doch lieber mit einem schnellen Wendemanöver aus dem Boot beobachten wollte. Zum ersten Mal konnte man so die Chaostheorie in der Natur original beobachten. Die Tauchlehrer konnten über den natürlichen Schwund in Ihrer Tauchgruppe nur zufrieden lächeln. Aber auch diejenigen unter euch die mit Tauchen nichts oder wenig am Hut haben, werden in der fantastischen Unterwasserwelt der Malediven auf Ihre Kosten kommen. Fast täglich werden kostenlose Schorchelfahrten zu einzelnen Korallenriffs angeboten. Wer auf den Malediven Tauchen oder Schnorcheln geht wird Abends todmüde den genialen Sonnenuntergang genießen. Nach dem Abendessen ist manchmal noch ein wenig Unterhaltungsprogramm angesagt. Welches man allerdings durchweg in die Tonne kloppen kann. Also, wer hier auf Disse gehen will ist falsch am Platz. Und wenn mein ungeschultes Auge mich nicht täuscht ist auch das Thema Frauen etwas zu vernachlässigen. Aber, was weiß ich denn schon.

Die Gegend

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise war dann die Rückfahrt. Aufgrund der oben beschriebenen Probleme bei schlechtem Wetter mit dem Boot, haben wir uns entschlossen mit dem Wasserflugzeug bis Male zurückzukehren. Ein weiser Entschluss wie sich später herausstellen sollte. Das Wetter war sehr windig und ließ die Wellen etwas höher als sonst ausfallen. Außerdem ist der Flug mit solch einem Gerät in dieser Landschaft echt geil. 80 Doller pro Nase kostet der Spaß. Aber es lohnt sich in jedem Fall. Genau wie die ganze Reise. Für mich steht jedenfalls fest, nächstes Jahr verbringe ich hier meine Weihnachten. In dieser Region ist von Festlichkeitsgefühlen nüschte übrig. Und das ist gut so.

Der Autor
Wasserflieger

 

Schönes Fernweh

Euer Rücki

» ruecki(at)entdeckungsreisender.de

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Fotos: Rücki

» ruecki(at)entdeckungsreisender.de

Kommentare

Anzeige: 1 - 5 von 6.
Ruecki
  Sunday, 25-01-04 19:44
Na dann kann ich mich ja nun entscheiden. Mit nem Sponsor im Rücken ist das ja jetzt viel leichter.

Ich nehme ein >> träum <<, grünes Boot.

CR
  Sunday, 25-01-04 05:41
ruecki, geld spielt keine rolle. musst nur sagen, was de brauchst. ein zerstörer zum beispiel kostet uns nur 3 mille. isn freundschaftspreis vom hauptsponsor blohm & voss.

Ruecki
  Sunday, 18-01-04 20:32
ähhh, mhhh, tjaaa ,mhhh

Die Chefredaktion
  Sunday, 11-01-04 23:41
Was brauchst Du denn für ein Boot? Eine Yacht, ein Segelschiff, ein U-Boot, einen kleinen Fischkutter, ein Floss, ein Containerschiff, eine Fregatte, ein Zerstörer oder macht's auch ein normales Ruderboot?

Ruecki
  Friday, 09-01-04 21:02
Dann brauche ich zuerst mal ein Boot...

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