von und mit
Jens "Pole" W.,
Fluschke "fluscH." W.
und natürlich China
Im Gegensatz zu anderen Reisen ging es diesmal mit 10 Minuten Vorsprung auf die Piste. Jens wollte seine Zelte in Barcelona abbrechen, und ich hatte mal wieder Zeit und Lust ihn auf dieser Reise zu begleiten. Auf dem Hinweg wollte einer von uns das Auswärtsspiel von Union in Unterhachingen sehen, und so führte uns der erste Tag in den Freistaat Bayern. Auf den Spritverbrauch wurde nur wenig Rücksicht genommen, da es galt den Anstoß pünktlich zu sehen. Da uns aber einige Stolpersteine, wie z.B. x-Staus, S-Bahn-Schienen, rote Ampeln, in den Weg gelegt wurden und wir nur durch Einsatz unseres Lebens ins Haching - Dorf gelangten, war unsere Pünktlichkeit 20 Minuten zu spät. Der erste Schreck war das Wissen um alk-freies Bier. Zum Glück gab es aber noch nach dem Spiel (Endstand 1:1) ein paar Promille im Sportstadl zu Hachingen. Die aufziehende Kälte griff unseren Darm an und wir verzogen uns trotz abratender Einheimischer in die Hachinger Fan Kneipe und kippten noch ein paar Bier in unseren nimmermüden Schlund. Den einzigen Stress gab es dann mit alten Unionzauseln, aber das ist eine andere Geschichte.
Dieser nächste Tag ging dann fürs Busfahren drauf, wobei wir feststellen mussten, dass die Schweiz offiziell ein kleiner neutraler Staat ist, aber in Realität hat sie überdimensionale Ausmaße. Außerdem gab es hier eine "Weiße Autobahn". Sind Schweizer rassistisch und was bedeutet das "CH" (sprich sccchhh)? Als Geschäftsidee kamen wir auf den glorreichen Gedanken, einen transparenten, vor allem aber löslichen Untergrund für die diversen Vignetten zu schaffen, damit im Kreis der Entdeckungsreisenden die Ausgaben für moderne Zölle (sprich Maut) gering gehalten werden kann. Am Abend erreichten wir dann unser Tagesziel Séte an der französischen Mittelmeerküste. Ein Küstenkaff der gehobenen Gesellschaft, welches 4,50 Euro für ein kleines San Miguel aufruft. Also!
An diesem Tag hatten wir mal verdammt viel Zeit. In aller Ruhe bereiteten wir uns ein Frühstück mit Meeresblick. An diesem Tag mieden wir die teuren Autobahnen und suchten unser Glück auf den Fernverkehrs- und Landstraßen. Empfehlenswert für Menschen ohne Höhenangst ist die Serpentinenstraße am Meer zwischen Frankreich und Spanien. Bergauf. Bergab. Bergauf. Bergab. Vorbei an wunderschönen Steilküsten, Steinstränden und malerischen kleinen Städten. Auch diese Landschaft inspirierte unsere Geschäftsideen, wie magnetische Autoseilbahnen, Paternoster für Autos und diverse andere Ideen sprudelten aus uns hervor. Auch mangelt es in dieser Gegend nicht an noch lebenden Organspendern auf zwei Rädern. Mir persönlich gefällt dieser Teil bedeutend besser als die gesamte französische Mittelmeerküste, die ich auf vergangenen Reisen bis zu diesem Zeitpunkt kennen lernen durfte. Kurz nach der Grenze wurde dann die N11 für ein paar Stunden unser Zuhause. Tramperinnen, die laut Jens auch keine Tramperinnen waren, sondern Damen des horizontalen Gewerbes, nahmen wir nicht mit. Die N11 führte uns direkt nach Barcelona, wo Jens sich auch nur 3 : 4 mal verfranste. Trotz allem erreichten wir den Vorort Sant Cugat, in dem wir den Bus aus diebstahltechnischen Gründen abstellten. Barcelona selbst ist mit Autos und den dazugehörigen Einbrechern voll. Auf jeden Fall wollten wir kein weiteres Experiment eingehen. Ich verließ mich einfach auf die Erfahrung von Jens. Außerdem gelangt man durch die S-Bahn hervorragend und billig in die verruchte Innenstadt.
Circa 19.00 Uhr waren wir in der Altstadt, unser neues Domizil für die nächsten Tage. Die sehr, sehr engen Gassen werden nur selten durch breite Magistralen unterbrochen. Diese verstopften Hauptverkehrsadern sind Touristenmeile, Touristenabzocke und belebteste Straße in einem. Jens, der Schisser nahm erst mal seinen Rucksack nach vorn, ha. Nach kurzer Zeit erreichten wir die Wohnung von Manu und Gemma. Es ist eine kleine, nette, dunkle und vor allem teure Wohnung. Nach den üblichen Begrüßungsbieren (1,20Euro/l) sollte es zu einem "Umsonst & Draußen" - Konzert gehen. Als wir ankamen, fing es an zu regnen und das Konzert war vorbei. Hiernach ging es in eine Pinte. Nach ein paar Bier mehr hatte ich den Eindruck, ich bin Barcelonas persönlicher Regengott. Bei einem späten Abendbrot (10.00 Uhr ist hier normal) ging es uns gütlich und die Strapazen der langen Fahrt fielen endgültig von uns ab.
Lebensweisheit von zwei Berliner Jungens:
"Die Liebe zum Fußballverein kann man(n) nicht wegschmeißen oder wechseln wie eine Frau. Der Fußballverein bescheißt einen auch nicht, obwohl er auch enttäuschen kann. Es geht einfach tiefer!!!!"





