Der schönste Fleck auf Erden, um einfach nur auszuspannen und nix zu tun, als faulenzen und sich an einer herrlichen Inselwelt zu erfreuen.
Das Archipel besteht größtenteils aus Granitfelsen. Hier in der Nähe des Äquators ist das Klima immer angenehm warm. Regenzeit ist im Januar, aber die Schauer sind nur von kurzer Dauer. Die Hauptinsel ist Mahe, gefolgt von Praslin und La Digue. Weitere unzählige kleine Inselchen kommen dazu.
Los ging es am 05.01.04 auf Mahe. Morgens angekommen, nach einem angenehmen Nachtflug in einer halbvollen Maschine, konnte ich schon am Mittag mein erstes Begrüßungsbierchen zischen. Der tolle Strand von Baie Beau Vallon vor der Haustür und die riesigen Wellen trösteten schnell darüber hinweg, dass die Bedienung außerordentlich langsam war. Das Hotel (Coral Strand) war einfach aber recht gemütlich. In der Umgebung gab es reichlich Restaurants, in denen man die hervorragende creolische Küche genießen konnte. Die Einheimischen sind ausgesprochen nett und freundlich und auch zu den Gästen hatte man sofort Kontakt und viel Spaß miteinander. Man traf Touristen aus vielen Ländern, u.a. Südafrika, England, Frankreich, Indien, Schweiz oder Italien. Im Nachbarhotel Berjaya Beau Vallon Bay Casino waren mindestens 80% russische Gäste. Wir sind da nur mal hingegangen, da die Bar im Casino bis 3 Uhr geöffnet hat, alle anderen Hotelbars schließen in der Regel zwischen 11 und 12 Uhr.
Am 07.01. hab ich eine Inselrundfahrt mitgemacht. Da sich leider keine 10 Deutschen gefunden haben, war der Ausflug in englischer und französischer Sprache. Beginn war in der Hauptstadt Victoria, die man sich auch sparen kann. Einziger Touristenpunkt war der Markt und "little Big Ben".
Weiter ging es in den Botanischen Garten, wo einige junge Bäume der berühmten Coco de mer (eine Kokosnusspalme), Mahagoni, Sternfruchtbäume und ein paar Schildkröten zu finden waren. Über die Berge, der höchste ist übrigens knapp 1000m hoch, ging es dann zur Westküste, vorbei an der Teeplantage, einer alten Sklavenschule, von hier hat man einen herrlichen Ausblick und man kann riesige alte Drachenblutbäume bestaunen. Wenn man deren Rinde anritzt, kommt rotes Harz wie Blut herausgelaufen, daher der Name. Überhaupt sind Flora und Fauna ein Traum. Ist schon erstaunlich, wie da alles durcheinander wächst. Papayas neben Bananen, neben Ananas, neben Brotfrucht, Zitronengras...völlig ungeordnet.
Die Leute leben überwiegend von Kopra- und Fischexport, neben dem Tourismus als Haupteinnahmequelle. Unsere Inselrundfahrt brachte uns weiter immer entlang der Küste, zu einem alten Kolonialhaus und einem lecker creolischem Büffet. Fischcurry, Red Snapper und Jobfisch sollte man unbedingt probieren...ein Gedicht.
Resultat der Rundreise: Man hat mal ganz Mahe gesehen und viel über Land und Leute erfahren. So richtige Highlights gibt es allerdings nicht. Mehr Spaß macht es bestimmt, alles auf eigene Faust mit einem Mietwagen zu erkunden, Achtung Linksverkehr! Für ein Fahrrad ist die Insel allerdings ein wenig zu groß (ca.25km lang und 10 km breit) und durch die Berge braucht man schon eine gute Oberschenkelmuskulatur.
Die nächsten Tage waren dann erst mal Strandtage. Da ich nicht so ein verrückter Fischegucker bin, hab ich auch auf`s Schnorcheln verzichtet. Somit bestand meine einzige Bewegung am Tag darin, mich von der einen Seite auf die andere zu drehen. Einige Bekannte waren Tauchen, die erzählten mir dann, dass der Fischreichtum riesig ist. Man trifft alles an, von bunten Korallenfischen bis hin zum Tigerhai. Allerdings sind die Korallen tot. Einige hatten weniger angenehme Bekanntschaften mit Quallen schließen dürfen, konnte man auch deutlich an den Strichen am Körper erkennen.
Die Währung auf den Seychellen sind übrigens Rupees. Umtauschkurs ist offiziell 1Euro zu ungefaehr 6.4 Rupees. Mit Glück und Vertrauen kann man allerdings auf Mahe bei Beachboys oder Taxifahrern auch 1:10 tauschen. Macht sich schon bemerkbar. Die Preise sind mit den hiesigen vergleichbar.
Am 12.01. ging es dann auf die Nachbarinsel Praslin. Die Flugzeit betrug ca. 15 Minuten. Im Hotel Coco de mer am Südzipfel der Insel fühlte man sich wie im Luxusland. Alles war großzügig ausgestattet. Man wurde herzlich empfangen, von allen Seiten bedient und das Personal war ausgesprochen freundlich.
Landessprache ist creolisch (hat große Verwandtschaft mit Französisch). Auf den Seychellen wird allerdings auch von jedem perfekt Französisch und Englisch gesprochen. Praslin ist eigentlich die Insel, die die Einwohner auch als ihr Paradies bezeichnen. Sie ist ca. 10 km lang und 5 km breit, die Berge sind nicht so hoch, so dass die Wolken meist darüber hinweg ziehen können und das Wetter immer schön ist. Wer sich hier ein Fahrrad ausleihen will, muß auch gut trainiert sein, da sich teilweise anspruchsvolle Serpentinen durch die Landschaft schlängeln. Um Praslin gibt es außer La Digue noch zwei Inseln: Auf Curieuse Island lebt eine Kolonie von ca. 250 Riesenschildkröten. Cousin Island ist ein großes Vogelschutzgebiet, man kann etliche dutzend Seevögel beobachten.
Es war mal wieder Mittwoch und Zeit für einen Ausflug: La Digue. Das ist die Insel mit den Postkartenstränden. Man benötigt mit dem Boot 30 Minuten und zahlt 19 Euro. Das hat man übrigens oft auf den Seychellen, dass man als Tourist nur in Euro oder Dollar bezahlen kann. Meist handelt es sich um Eintrittsgelder und andere Gebühren. Taxi`s und öffentliche Restaurants z.B. akzeptieren problemlos Rupees.
La Digue sollte man nun aber mit dem Fahrrad (kostet ca. 50 Rupees) erkunden. Nicht wie wir mit einem Ochsenkarren! Da ist man sogar zu Fuß schneller. Die Insel ist ca. 10 km² groß. Am beeindruckendsten ist der Strand mit der Granitfelsen-Kulisse. Alles geht man hier sehr gemächlich an, Autos gibt es keine. Man kann einige Schildkröten sehen und eine Kokosnussfarm, wo das Kopra hergestellt wird. In einer Halle werden Schiffe repariert, es gibt eine Schule und ansonsten ist einfach nur alles easy.
Der Donnerstag war mal wieder ein Strandtag, wie auch der Freitag. Allerdings war am Abend creolische Nacht im Hotel. Liveband und Sega-Tänze wurden aufgeführt und alle Gäste tanzten mit. Hatte leider das Pech, den "größten" Tänzer zu erwischen. Außerdem hat mir der Koch noch eine Mütze vepaßt und schon waren wir wohl das lustigste Tanzpaar des Abends. Was taten mir die Oberschenkel weh! Einige junge einheimische Angestellte sind mit uns danach noch in den "Jungle" - die wohl beste Disco auf Praslin gegangen. Die creolische Musik ist allererste Sahne! Da widerspiegelt sich so richtig das Lebensgefühl auf den Seychellen. Und so gut tanzen die dann auch. Alles geht friedlich zu. Den nächsten Abend musste ich gleich noch mal mit denen losziehen. Vorher waren wir aber noch bei der Verwandtschaft zu Hause. Da konnte man auch mal das Leben der Leute und deren zu Hause anschauen. Man wird sehr herzlich empfangen, die ganze Familie sitzt auf der Terrasse vorm Haus und klönt und genießt. Zu fünft haben wir dann noch einmal die Nacht zum Tag gemacht.
Sonntag stand die Besichtigung de Vallee de mai auf dem Plan. Das ist ein Urwald mitten auf der Insel, in dem bis zu 800 Jahre alte Coco de mer Palmen stehen. Die Bäume sind riesig (zum Vergleich: auf dem Bild steht eine Person unten links). Die Palmenblätter können teilweise eine Fläche von 16 m² erreichen. Die Frucht ist die berühmte Coco de mer. Sie ist auch ein Wahrzeichen für die Inseln. Man kann sie auch als Souvenir mitbringen, muß allerdings für eine große Coco (Durchmesser rd. 35 cm!) 200 Euro bereithalten. Die weibliche Coco sieht übrigens, wie man unschwer erkennen kann, auch echt weiblich aus. Die männliche Coco dagegen auch richtig männlich!
Am 19.01.04 ging es mit wieder einem angenehmen Nachtflug in die Kälte. Von 29 Grad auf -9 Grad....nur gut dass ich so viele schöne Erinnerungen habe.
Grit
» grit(at)entdeckungsreisende.de
Fotos: Grit
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