Thailand - Auszüge aus einem Reisetagebuch

Mittwoch, 10.07.2002

Da sind wir nun endlich. Der Flug ist weiterhin völlig unspektakulär verlaufen, mal abgesehen von der kleinen Wolke, die während des Sonnenaufgangs an unserem Flugzeug vorbeigeschwebt ist. Ich saß am Fenster. Nachteil: Die Sitzreihe ist eng. Richtig geschlafen habe ich während des Flugs nicht, ich wachte sogar auf, weil mir sehr heiß war. Auf dem Flughafen- Bangkok verlief alles ruhig. Wir wurden von Chan´s Schwester und unserem Taxifahrer abgeholt und ins Hotel gebracht. Wir machten uns kurz frisch und gingen dann Essen. Allmählich realisiere ich, dass ich in Bangkok bin. Wir saßen am Wasser, Schiffe fuhren in atemberaubender Geschwindigkeit an uns vorbei und ich esse exotische Speisen mit Cashew- Kernen und Huhn (Manches war sehr scharf, Anderes weniger) und trinke zum ersten Mal frische Kokosnuss- Milch. Das Fleisch der Kokosnuss schmeckt fast gar nicht. Danach waren wir noch kurz an der Hauptstraße shoppen. Jetzt sind wir zurück und ich schreibe diese Zeilen. Ich möchte noch erwähnen, dass mich der Anblick des Bodens beim Anflug auf Wien etwas irritiert hat. Da waren zahlreiche Felder kreuz und quer. Es sah fast so aus, als hätte ein Künstler sie aus der Luft designed. Sehr bunt!

Freitag, 12.07.2002

Wir waren gestern auf der Krokodilfarm und in der alten Stadt (Muang Boran). Auf der Krokodilfarm sitzen hier und da Tiger rum, mit denen man sich fotografieren lassen kann. Ich finde die Thais gehen dort mit einer Unbekümmertheit an wilde Tiere ran, die mir ein wenig Angst macht. Man könnte auf die Idee kommen, die Tiere seien völlig harmlos. Wir haben uns eine Elefantenshow und eine Krokodilshow angesehen. Elefanten und Krokodilen machte die Show offenbar keinen rechten Spaß. Bei den Elefanten hatte ich den Eindruck, sie verstehen die Show als Arbeit. Einer der Elefanten ist über drei Leute hinweg gestiegen und zögerte beim Dritten. Er musste erstmal den Piep-Hahn des Mannes mit dem Rüssel inspizieren. Der andere Elefant zeigte uns, wie schön er tanzen kann. Auf der Farm gibt es unglaublich viele Krokodile, die sich in ihrem Gehege offenbar wohl fühlen. Man konnte über Holzwege über die Teiche gehen. Einmal ist wohl eine Holzbohle zerbrochen (morsch) und ein Student zu den Krokodilen ins Wasser gefallen. Er hat den Absturz nicht überlebt und wurde von den Krokodilen zerfleischt. Nachdem ich das gehört habe, habe ich mich immer in der Nähe vom Geländer bewegt, oder da wo sich Holzbohlen kreuzten (stabile Bereiche). Manchen Krokodilen wurde der Schwanz gestutzt (sieht etwas merkwürdig aus); einer hatte ein schiefes Maul. Die Krokodil-Show war wirklich spannend.

Elefanten- und Krokodilshow

Muang Boran

Freitagabend, ca. 21:30 Uhr Ortszeit. Wir waren ja gestern nicht nur auf der Krokodilfarm, sondern auch in Muang Boran. Eigentlich kann ich nicht viel dazu schreiben, es gibt davon haufenweise Fotos. Muang Boran wird von einer Stadtmauer umschlossen. Innen ist eine völlig andere Welt. Häuser, die weit mehr als 500 Jahre alt sind, feinstes Kunstwerk und eine kleine Wasserstadt, so wie wir sie aus Filmen kennen. Tempel und Häuser glitzern oft goldfarben, die Dächer sind rot, gelb und grün. Vieles ist gleich gebaut, deswegen ist es aber nicht minder beeindruckend. Am stärksten hat mich die hölzerne Nachbildung der hölzernen Stadt Pattaya beeindruckt. Die Arbeit ist erstaunlich! Auch die Gestaltung der Gärten mit ihren Bonsai´s, den Teichen und Brücken gefiel mir gut. Die Temperatur hier in Thailand lässt sich ertragen, solange es ein klimatisiertes Taxi in der Nähe gibt und es nicht nur feucht ist, ansonsten sind die Klamotten sofort klamm. Am Abend sind Chan, Mo und Sven noch kurz eine Hose im Einkaufs-Zentrum besorgen gewesen, weil wir heute in den Palast des Königs wollten und da kommt man nur mit langer Hose rein. Damit war der Tag zu Ende.

Muang Boran - die Alte Stadt

Im Palast des Königs und auf Shoppingtour

Heute ist es etwas anders verlaufen. Wir waren im Palast des Königs, der mitten in Bangkok steht und in einem riesigen Einkaufszentrum für Computer-Zeugs. Der Königspalast ist riesig, natürlich ist er, wie jeder andere Tempel auch, beeindruckend und sehr farbenfroh. Vom Palast gibt es etliche Fotos. Wir waren auch in einem Tempel, in dem viele Buddha-Statuen ausgestellt waren. Sie stammten aus unterschiedlichen Teilen der Erde (Asien hauptsächlich). Sie bestanden aus Bronze, die vollständig schwarz angelaufen ist und waren am Rand des Tempels ausgestellt. Vom Inneren der Tempel gibt es nur selten Fotos, hauptsächlich um das Heiligtum zu wahren und weil es teilweise untersagt ist. Wir mussten die Schuhe ausziehen, wenn wir in das Innere der Räume gehen wollten. Was ich noch erwähnen möchte: Wenn man im Taxi oder zu Fuß unterwegs ist, fällt einem gar nicht auf, wie groß die Stadt ist. Erst wenn man ein bisschen höher kommt, erkennt man die zahlreichen Hochhäuser, die Bangkok prägen. Ich hab versucht den Eindruck mit zwei Fotos einzufangen. Mir erschienen die Straßen und Wege, die wir entlang fuhren schmal und niedrig. Überall wimmelt es nur so vor Leben. Es kreucht und fleucht nur so zwischen den Büdchen, die Essen und allerlei Tand anbieten. Die Menschen sind sehr angenehm, sie wirken auf mich sehr natürlich, obwohl etwas weniger aufmerksam, eher gelangweilt. Es gibt hier auch Internet-Cafés und allen erdenklichen, modernen, elektronischen Schnick-Schnack (Grafikkarten, Speicher, Fernseher, usw.). Bisher klappt die internationale Verständigung mit Händen, Füßen, Wortfetzen in Thailändisch, Englisch und Deutsch recht gut. Sven hat es geschafft sich hier ein Mother- Board zu kaufen, leider hatten sie jedoch den Speicher (Infineon PC2700) hier nicht. Mal sehen, ob es an einem anderen Tag, an einem anderen Ort klappt. Zumindest will sich unser Taxifahrer schlau machen. Er ist ein netter Kerl, passt auf uns auf und versucht unsichtbar zu bleiben. Hier und da erzählt er uns auch das eine oder andere Wissenswerte, d.h. Chan übersetzt. Sven macht das Wetter genauso zu schaffen wie mir, obwohl ich offenbar weniger schwitze, aber das täuscht. Chan ist davon übrigens auch nicht ausgenommen. Wir laufen sehr viel rum. Ich finde es erstaunlich, wie gut wir alle damit zu Recht kommen. Klar machen wir ab und an mal eine Pause, Sven und ich müssen ja mal rauchen und uns im Schatten ein wenig abkühlen (obwohl wir eigentlich nur unseren Klamotten erlauben, den Schweiß aufzusaugen). Jetzt wo ich den Tag noch mal Revue passieren lasse, merke ich erst wie viel anders es hier ist in Thailand. Mir ist es erst gar nicht so aufgefallen, weil es sehr einfach ist, westliche Maßstäbe anzusetzen. Die Wirklichkeit ist jedoch ein kleinwenig verschoben. Um über die Runden zu kommen mache ich Yoga. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde ich zusammen mit den hier lebenden Mönchen meditieren. Morgen geht es nach Chiang Mai. Ich hab mir heute für 800 Bath eine Pre-Paid-Karte fürs Handy geholt und kann jetzt SMS nach Berlin verschicken.

 

Euer Usko

» usko(at)entdeckungsreisender.de

 

Fotos:

» usko(at)entdeckungsreisender.de

Im Palast und beim Einkaufen

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