Pünktlich um 6.30 Uhr am 1.Dezember 2003 starteten wir in einem altersschwachen Mini-Reisebus unsere Rundreise durch Thailands Norden. Unser erstes Ziel waren die schwimmenden Märkte von Damnoen Saduak, wo die Einheimischen, mit Kanus auf den Khlongs paddelnd, ihre Waren feilbieten. Weiter ging’s nach Kanchanaburi zur legendären Brücke über den River Kwai. Im 2.Weltkrieg starben hier beim Bau der Brücke und des 415 km langen "Death Railway" ca. 100000 Kriegsgefangene der Japaner.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Sukhothai, einer ehemaligen Hauptstadt des alten Siam. Unterwegs besuchten wir ein paar alte Tempel, um uns die Zeit zu vertreiben.
Unser Reiseführer, ein spaßiger, einheimischer Mitvierziger, versüßte uns die Zeit im Bus mit Unterricht in thailändischer Geschichte und allerlei Witzchen. Der Busfahrer war noch viel älter und popelte fortwährend. In Sukhothai angekommen ging es postum in eine alte Tempelanlage des Volkes der Khmer, welches heutzutage hauptsächlich in Kambodscha anzutreffen ist.
Chiang Mai, die zweitgrößte Stadt Thailands, hoch im Norden des Landes, war unser nächstes Reiseziel. Auf dem Wege dorthin gab es Manufakturen satt (Seide, Schirme, Teppiche und Silber), so dass erste Unmutsbekundungen laut wurden. Der Besuch des Nachtmarktes in Chiang Mai besserte unsere Laune merklich, da wir eine Thai-Boxing-Vorführung bekamen und nach Herzenslust shoppen konnten. Wir blieben auch am nächsten Tag in Chiang Mai und besuchten ein in der Nähe gelegenes Elefantencamp. Von den Dickhäutern gibt es nicht mehr so viele in Thailand, weshalb der Fortbestand ihrer Art den Thais sehr am Herzen liegt. Das Camp befand sich in schöner Lage im Bergdschungel, durch den wir als erstes einen Ausritt auf den drolligen Tieren wagten. Jeder Elefant besitzt einen Leibeigenen, meist ein kleines Thai-Männlein, welches ihn ein Leben lang füttern, waschen und unterrichten muß und seine Scheiße wegräumt. Nach dem Dschungeltrip durften wir die Tiere mit Babybananen füttern, was sehr lustig war, und bekamen anschließend einige Kunststückchen von ihnen gezeigt. Wir konnten uns nur sehr schwer von den netten Viechern trennen, aber es stand noch die Besichtigung eines Bergtempels auf dem Plan. Der "Wat Phratat Doi Suthep", wie dieser Tempel im Volksmund heißt, gehört zu den schönsten seiner Art in der buddhistischen Welt.
Er liegt auf etwa 1200 Meter über NN, und man hat von ihm einen herrlichen Blick über Chiang Mai und Umgebung. Dieser schöne Tag endete folkloristisch, weil uns zum Abendessen traditionelle Tänze der verschiedenen thailändischen Volksgruppen vorgeführt wurden.
Am mittlerweile fünften Tag unserer Rundreise hatte der thailändische König Geburtstag. An diesem Tag ist Feiertag in Thailand und der Verkauf von Alkohol landesweit verboten. Da die Einheimischen normalerweise dem Alkoholismus frönen, muß dieser Tag einer der härtesten für sie sein. Trotzdem war das ganze Land geschmückt mit überdimensionalen Königsbildern und allerlei feierlichem Schnickschnack, überall gab es Festumzüge und Grillpartys; die Thais müssen ihren König wirklich sehr gern haben. Unterwegs nach Pitsanulok enterten wir einen Markt, auf dem außer Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Gewürze auch frittierte Insekten und deren Maden feilgeboten wurden. Die Händler waren so freundlich, uns von jeder Sorte mal naschen zu lassen; ein Typ aus unserer Reisegruppe kaufte sich gleich eine ganze Tüte voll. Das Zeug knuspert ähnlich wie Chips und schmeckt etwas nussig, ein nettes Pendant zu unserem "zivilisierten" Knabberzeugs. In Pitsanulok gab es natürlich eine Tempelbesichtigung und nach dem Abendessen Chang-Beer und Mekong-Whisky in rauen Mengen.
Der sechste und letzte Tag unserer Rundreise brachte uns wieder auf den Weg nach Bangkok.
Wir machten einen Zwischenstopp in Lopburi, der Stadt mit dem berühmten Affentempel. Der steht mitten im Ort, ist auch ein altes Khmer-Machwerk und wird von Makaken bewohnt. Der ganze Tempel ist voll von den Viechern und auch die umliegenden Wohnhäuser, Geschäfte und Restaurants bleiben von ihnen nicht verschont. Man muß höllisch aufpassen, dass einem die Affen nicht die Sonnenbrille von der Nase klauen oder was die sonst noch so gebrauchen können. Der nächste Halt war in Ayuthaya, auch eine ehemalige Hauptstadt der alten Siamesen, wo es, wie könnte es anders sein, einen Tempel zu besichtigen galt. Rings um ihn befanden sich die Ruinen des alten Königspalastes, was aber irgendwie keinen von uns mehr wirklich interessierte. Bangkok war nicht mehr weit, und somit lag unser nächstes Reiseziel, Ko Samui, in greifbarer Nähe.
Gegen 17.30 Uhr waren wir wieder am Bangkoker Airport, von wo aus zwei Stunden später der Flieger zu unserer "Trauminsel" starten sollte.











