Wellenreiten in Frankreich
Zigmund, Skip & Sabine
Die Horror-Düne
Novizen am Strand
Surflehrer
Aufsteh-Training
Skip

Juni 2005

Was machen vom Leben gelangweilte Mittdreißiger, die eine neue sportliche Herausforderung suchen? Sie buchen einen einwöchigen Wellenreit-Kurs an der französischen Atlantikküste, packen das Auto mit Bier voll und cruisen ca. 1800 km über Paris und Bordeaux nach St.Girons Plage.

Dort befindet sich auf einem Campingplatz, inmitten eines Pinienwaldes, nur durch eine riesige Düne vom Atlantik getrennt, ein Surfcamp des DWV (Deutscher Wellenreit-Verband). Mit nur 18 Kursteilnehmern und drei Surflehrern war es recht gemütlich, alle sprachen deutsch, auch Sabine, Zigmund und ich. Sabine und Zigmund waren meine Reisebegleiter, zwei alte Freunde von mir, die die meiste Zeit ihres Lebens außer mit Arbeit auch mit Wassersport aller Art verbringen. Wellenreiten fehlte da noch.

Der tägliche Unterricht begann entspannterweise erst um 11 Uhr, so daß man in Ruhe ausschlafen und frühstücken konnte; die Surflehrer hatten da schon ihre erste dreistündige Surf-Session im ca. 17°C kalten Atlantik hinter sich. Da die Surferei im Atlantik immer von den Gezeiten abhängig ist, begannen wir meist mit dem Erwerben theoretischer Kenntnisse, wie z.B. Kennenlernen der Ausrüstung, Wetterkunde, Wellenkunde, Sicherheitsunter-weisungen. Dann bekam jeder einen Neoprenanzug und ein Anfänger-Surfbrett (ein sogenanntes Softboard) verpasst, und dann ging es ab an den Strand. Hier wurde uns das erste Mal schmerzlich bewusst, das Wellenreiten tatsächlich Sport ist, wir mussten nämlich mit dem ganzen Rödel erst mal die etwa 8 Meter hohe und ca. 50 Meter lange Sanddüne überqueren, um ans Meer zu gelangen. Wenn die Wind- und Wellenbedingungen nicht so optimal waren, latschten wir dann noch ein bis zwei Kilometer am Strand lang, bis eine für uns günstige Stelle gefunden war.

Hier begann dann der praktische Teil unserer Ausbildung zu Weltklasse-Surfern, wie z.B. Sitzen auf dem Brett, Liegen auf dem Brett, Paddeln mit dem Brett, Runterfallen vom Brett. Später war dann auch das Gleiten mit dem Brett auf der gebrochenen Welle dran. Das eigentlich Relevante beim Wellenreiten, nämlich das Stehen auf dem Brett und die Welle rocken, das kam erst  viel später.

So gegen 17 Uhr war dann mit dem Überqueren der Horror-Düne die Quälerei beendet, und wir alten Männer hatten endlich die Gelegenheit, dem restlichen Haufen zu zeigen, wie viel Bier ein ostdeutscher Extremsportler nach so einem Tag noch trinken kann.

Am dritten Tag zeigte man uns dann endlich, wie man auf dem Brett aufsteht, erst mit Trockenübungen im Camp, später dann im Wasser. Die Wellen waren mittlerweile etwas größer als am Wochenanfang, und so entstand für uns eine neue sportliche Herausforderung: das Durchqueren der Brandung. Um  nämlich ins Line-Up zu gelangen, also zu der Stelle, an der Surfer immer auf ihrem Brett sitzen und auf die richtige Welle warten, mussten wir durch die riesigen Schaumwalzen durch, die auf den Strand zurollten. Auf dem Brett liegend und nur mit den Armen paddelnd mussten etwa hundert Meter durch die brechenden Wellen zurückgelegt werden; das war das anstrengendste, was ich in meinem Leben gemacht habe. Zigmund sah das ähnlich wie ich, aber Sabine war nicht zu bremsen. Zigmund und ich lagen am Strand und japsten nach Luft, uns tat alles weh und wir verfluchten unseren Freund für seine Energie.

Das allabendliche Saufgelage fand natürlich trotzdem statt, einmal sahen wir uns einen alten Surferfilm aus den Achtzigern an, ein anderes Mal wurde Videomaterial, welches die Surflehrer von uns beim Surfen gedreht hatten, gezeigt und unter großem Hallo ausgewertet.

So ’ne Woche geht schnell vorbei, am letzten Abend gab’s im Camp noch eine Abschlussparty und am nächsten Tag ging es ab nach Hause. Wir hatten einen riesen Spaß, die Leute waren super und ich glaube, alle haben Blut geleckt und werden dranbleiben am Wellenreiten. Zigmund, Sabine und ich machen jedenfalls weiter, die Basics haben wir gelernt, der Rest ist Übungssache.

 Skip 

PS: gebucht haben wir den Wellenreit-Kurs unter » www.wellenreiter.com

 

 

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» skip(at)entdeckungsreisender.de

 

 

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» skip(at)entdeckungsreisender.de

 

Leserkommentare

Anzeige: 1 - 2 von 2.

pit
  Friday, 27-07-07 17:14
man sauft doch nicht immer so viel im sporturlaub ihr stricher! cooler bericht skipper.

Bert
  Friday, 27-07-07 16:58
da hätte ich auch mal Lust drauf, aber ohne die Düne